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Innerrhoden: Die Rechnung geht auf

AI. Der Kurs einer konsequenten, aber nicht überbordenden Politik der Steuersenkung zahlt sich für Appenzell Innerrhoden aus. Am Horizont warten grosse Investitionen.

Statt eines Verlusts hat der Kanton Appenzell Innerrhoden im vergangenen Jahr einen Gewinn erwirtschaft und unter dem Strich um drei Millionen Franken besser abgeschlossen als budgetiert; appenzell24.ch hat berichtet.

Zukunft im Zentrum
Das Resultat ist eine weitere in einer langen Reihe finanzpolitischer Erfolgsmeldungen aus dem Halbkanton. Doch Säckelmeister Sepp Moser betonte es am Rande der Medienorientierung zur Staatsrechnung 2007 – seiner ersten nach der Wahl im vergangenen April – mehrfach: So bedeutsam der Jahresabschluss auch sein mag, gilt die Perspektive des Finanzvorstehers doch in erster Linie der Zukunft. Und zwar nicht nur gerade dem laufenden Jahr, sondern weit darüber hinaus.

Langfristig Mehreinnahmen
Die Taktik geht bislang auf. Gezielte Steuererleichterungen schmälern kurzfristig die entsprechenden Einnahmen, sollen aber das Steuersubstrat mittel- und langfristig anheben. 2007 sorgten vor allem die Grundstückgewinn- und die Verrechnungssteuern für Mehreinnahmen. Auch hier dürfte die steigende Attraktivität Innerrhodens bereits beigetragen haben. Da substanzielle Erleichterungen aber erst in jüngster Zeit beschlossen wurden, werden diese auch erst später «einschenken» – es könnte also noch besser kommen.

Viele Ungewissheiten
Das muss es auch. Denn bei aller Euphorie hat ein kleiner Kanton ein enges Korsett in Finanzfragen und spürt nicht nur den Rückenwind schneller als grosse Kantone – auch der Gegenwind wirkt sich stärker aus. So musste Innerrhoden 2007 beispielsweise mehr Innerrhoder Bürger, die in anderen Kantonen leben, finanziell unterstützen, als budgetiert war; die Aufwendungen stiegen auf über 130’000 Franken. Das sind «reine Transferzahlungen», wie Sepp Moser ausführt; Innerrhoden hat keinerlei Einfluss auf diese Fälle und kann nichts zu ihrer Lösung beitragen, sondern hat einfach zu zahlen. Während in Metropolen eine Belastung dieser Grössenordnung aus der Portokasse gezahlt würde, kann eine weitere Zunahme dieser Zahl im Fall von Innerrhoden den Abschluss massgeblich beeinflussen. Und es sind Zahlen, die sich nur grob schätzen, aber nicht verlässlich budgetieren lassen.

Grosse Investitionen
Und es gibt einen zweiten guten Grund dafür, jeden Besserabschluss dankbar entgegenzunehmen: Appenzell Innerrhoden hat in Zukunft einiges vor. Grosse Investitionen stehen rund um das Gymnasium St.Antonius und das Gesundheitszentrum aus Spital, Pflege- und Altersheim an. Es dürften Vorhaben mit finanziellen Belastungen werden, wie sie Innerrhoden nicht oft erlebt hat. Dafür braucht es einen langen Atem und anständige Reserven. Rückstellungen sind im Budget 2008 bereits vorgesehen, parallel zu weiteren Steuersenkungen, um im Wettbewerb der Kantone den Anschluss nicht zu verlieren.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 14.03.2008 - 13:15:00