Immer mehr Frauen suchen Hilfe
AP/SG. Das Blaue Kreuz St. Gallen - Appenzell traf zur Mitgliederversammlung. Besonders erwähnenswert im Jahr 2006: Auch immer mehr Frauen suchen wegen Alkoholproblemen Hilfe.
Die Mitgliederversammlungen des Blauen Kreuzes finden jedes Jahr an einem anderen Ort statt. Gastgeber was diesmal der Blaukreuzverein Grabs unter der Leitung von Andreas Stupp. Nach dem Besuch des Gottesdienstes in der reformierten Kirche, standen im Oberstufenzentrum Grabs die geschäftlichen Verhandlungen auf dem Programm. Gemeindepräsident Rudolf Lippuner und Pfarrer John Bachmann überbrachten Grüsse der Gemeinde und der reformierten Kirche Grabs. Im zweiten Teil berichtete Marc Moser über die Aufgaben des Generalsekretariates für die weltweite Blaukreuzarbeit.
Auch Frauen suchen immer öfters Hilfe
Wenig Fragen gab es zu den Berichten der verschiedenen Arbeitsbereiche. Die Fachstelle für Alkoholprobleme hatte im vergangenen Jahr einen Rekord an neuen Ratsuchenden. 31 Frauen und 36 Männer meldeten sich neu für eine Beratung, entweder weil sie selber Alkoholprobleme hatten, oder weil ihr Partner zuviel trinkt.
Auffällig ist die grosse Anzahl Frauen, die Hilfe suchen. Ein Grund ist wohl die wachsende Bekanntheit der Fachstelle in St. Gallen mit dem speziellen Angebot für Frauen- und Familien. Gut besucht waren die beiden Informations- und Besinnungswochen und die verschiedenen Gruppen- und Kursangebote für Betroffene und Angehörige.
Kassier gesucht
Nach der Wahl von Präsident Werner Lieberherr, Herisau zum Geschäftsführer und Bereichsleiter Brockenstuben übernahm Bruno Bissegger im Sommer 2006 interimsweise das Kantonalpräsidium. In Grabs haben ihn nun die Mitglieder zum Präsidenten gewählt. Nach 12 Jahren Vorstandstätigkeit wurde Walter Vetsch, St. Gallen mit Blumen und einem Geschenk aus dem Kantonalvorstand verabschiedet. Die Finanzverantwortung übernahm Vizepräsident Max Bänziger, Wald. Bis ein Kassier gefunden wird, führt Walter Vetsch die Kantonalkasse weiter.
Schwierige Finanzierung
Trotz einem budgetierten Fehlbetrag von rund 200’000 Franken in der Verbandsrechnung genehmigten die Mitglieder alle Rechnungen und Budgets des Verbandes, des Wohnheims Felsengrund, der Jugend- und Freizeithäuser Hirschboden und Holzegg und der Fachstelle. Neben den fest zugesagten staatlichen und kirchlichen Beiträgen muss das Blaue Kreuz einen Teil der Finanzen durch Spenden und Eigenleistung aufbringen. Sehr dankbar ist das Blaue Kreuz für Trauerspenden und Legate. Neue Spender zu gewinnen ist für eine kleine Organisation sehr kostspielig und schwierig. Diese Tatsache ist der Anlass für das Projekt Brockenstuben. Mit einem oder mehreren «Gebrauchtwarenhäusern» soll künftig der Eigenleistungsgrad verbessert werden.
Gesucht: Liegenschaft für Brockenstube
Im August 2006 hat Werner Lieberherr, Herisau, ehemaliger Stabsmitarbeiter beim Ausserrhoder Departement Bau- und Umwelt, die Arbeit auf der Fachstelle für Alkoholprobleme in St. Gallen aufgenommen. Die neue Geschäftsstelle beinhaltet Verbandsarbeit, Kommunikation, Finanzbeschaffung, Freiwilligenarbeit und den Aufbau neuer Brockenstuben. In seinem Bericht erfährt man, wie schwierig die Finanzbeschaffung ist, dass die Freiwilligen rund 9000 Stunden für das Blaue Kreuz eingesetzt haben und dass es bisher nicht gelungen ist, im Raum Gossau – St. Gallen – Buchs eine geeignete Liegenschaft für eine Brockenstube zu finden.
Internationale Arbeit
Das Blaue Kreuz ist weltweit in über 50 Ländern aktiv. Schwerpunkte der Arbeit im Ausland liegen in Afrika, Südamerika, Osteuropa und Indien. Das Generalsekretariat, welches die Arbeit koordiniert und unterstützt hat seinen Sitz in Bern. Marc Moser vom Generalsekretariat berichtet im zweiten Teil des Anlasses über seine Aufgabe als Koordinator und Wissensvermittler zwischen den Ländern und über die spannende Aufbauarbeit in Brasilien. Auch in der internationalen Arbeit ist die Suche nach finanziellen Mitteln für neue Projekte ein Dauerthema.
Weitere Artikel zu diesem Thema:
– «Auch Frauen trinken», (28.02.2007)



























