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Immer mehr Alkoholikerinnen

AI/AR. Die stetig ansteigende Zahl der Alkoholikerinnen regt auch im Appenzellerland zur Besorgnis an. Frauen mit Alkoholproblemen suchen zunehmend Hilfe.

Aufgrund der grossen Nachfrage starten auf der Fachstelle des Blauen Kreuzes für Alkoholprobleme St. Gallen im März gleich drei neue Gesprächsgruppen für Frauen. Die Zahl der Alkoholikerinnen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Laut Brigitte Knaus-Meier, Sozialarbeiterin des Blauen Kreuzes St.Gallen, suchen Frauen mit Alkoholproblemen öfter Hilfe als Männer. Neu gibt es auch einen Kurs für Frauen, deren Partner Alkoholiker sind. Der Kurs ist für Betroffene aus den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und St.Gallen offen und kostenlos.

Durch die Kommunikation der Sucht und das Reden mit Gleichgesinnten, lernen die Kursteilnehmerinnen sich ihrem Problem zu stellen. Frauengesprächsgruppen bieten einen solidarischen Rahmen für eine schrittweise, persönliche Entwicklung und ermöglichen ein neues Verständnis des Suchtgeschehens. Die Süchtigen haben meist ein stark verletztes Selbstwertgefühl, das wieder gestärkt werden muss.

Die Gründe für Alkoholismus bei Frauen seien vielfältig, vor allem traumatische Erlebnisse wie Abtreibung, eine schwere Scheidung oder sexueller Missbrauch würden die Betroffenen dazu bringen zur Flasche zu greifen. Vielfach seien auch Frauen gefährdet, bei denen schon das frühere Umfeld Suchtverhalten an den Tag legte, so Knaus-Meier weiter.

Warum die Zahl der Alkoholikerinnen stetig zugenommen hat, lässt sich nicht einfach erklären. Sicherlich habe es damit zu tun, dass in der Gesellschaft der Konsum von Alkohol auf hohem Niveau stagniert. Das Trinken habe sich in den femininen Kreisen genauso wie das Rauchen über die Jahre installiert. Frauen würden zu erreichbaren Suchtmittel greifen, so Knaus-Meier. Auch die Trendwelle der Alkopops habe dazu beigetragen, dass Mädchen und Frauen Geschmack am Alkohol fanden. Knaus Meier vermutet, dass die Dunkelziffer der Alkoholikerinnen gross ist. «Viele Frauen aus dem Kurs erfüllen ihre Familienpflichten, führen einen intakten Haushalt und probieren ihre Probleme im Alkohol zu ertränken», so Knaus-Meier.

Hilfe gibt es an vielen Orten, so bietet das Blaue Kreuz neben Einzelberatung eine Impulsgruppe, eine Nachsorgegruppe sowie eine Partnerinnengruppe an. Geleitet werden die Gruppen von ausgebildeten Fachfrauen, welche eine wertschätzende und wachstumsorientierte Atmosphäre in den regelmässigen Treffen anstreben. Die bisher gemachten Erfahrungen sind durchwegs positiv, sodass die zehnteiligen Gruppenabende auf den März neu ausgeschrieben sind.

Der Gruppenbesuch ist kostenlos und offen für Frauen aus den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden. Ein vorgängiges Gespräch mit der Leiterin dient als Standortbestimmung. Weitere Informationen: Blaues Kreuz, Fachstelle für Alkoholprobleme, Oberer Graben 12, 9000 St. Gallen. Telefon 071 278 16 79, info.sg@blaueskreuz.ch oder www.blaueskreuz.ch/sg-app (unter Gruppen).

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 14.02.2008 - 16:49:00