Immer emotional
Auf neue Ortsbezeichnungen und Postleitzahlen werde immer emotional reagiert, sagt Fritz Gebhard vom Bundesamt für Statistik. Das kann bis zu Briefen empörter Gemeindebehörden an den Bundesrat gehen.
Das Grundproblem, das Verwirrung stifte, sei ein häufig vorkommendes Missverständnis, sagt Gebhard: Eine politische Gemeinde und ein Gebiet mit Postleitzahl seien nicht identisch. In der Ostschweiz umfasse eine politische Gemeinde oft mehrere Ortschaften.
Schwierigkeiten gebe es in Gemeinden, die unbedingt nur eine einzige Postleitzahl wollten, aber aus logistischen Gründen von der Post mehrere erhielten. Die Post tendiere zur Aufspaltung. Das führe überall zu hitzigen Diskussionen.
Immer wichtiger
Unverwechselbare Adressen würden immer wichtiger, sagt Gebhard: Wegen der Liberalisierung des Postverkehrs, verteilten immer mehr Ortsunkundige Post; Rettungsdienste würden zentralisiert: Da kenne nicht mehr jeder jeden.
Für GPS-Navigationssysteme seien eindeutige Adressen unverzichtbar. Flurnamen reichten nicht mehr, sie seien oft unklar.
Die Gemeinden und die Post müssten verhandeln, der Kanton koordiniere. Der Bund könne nicht befehlen, sagt Gebhard. Der Kanton müsse Strassennamen zwar genehmigen; er könne aber einer Gemeinde keine Namen vorschreiben. Die Kompetenz dazu habe die Gemeinde. Gegen unliebsame Entscheide könne sie sich wehren; sie habe ein Mitspracherecht.
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