Ideale Saison für archäologische Arbeiten
Eschenz. Der Winter ist ideal, um archäologische Arbeiten durchzuführen. Im Sommer sind die Arbeiten des Amtes für Archäologie durch die starke Nutzung der Uferpartien stark eingeschränkt.
Die kalte Jahreszeit ist heute bekanntlich kein Grund mehr, Bauarbeiten vollständig einzustellen. So wird auch in den Wintermonaten auf Baustellen gearbeitet, auch wenn es bisweilen Schwierigkeiten zu überwinden gilt. Archäologische Arbeiten am oder im See müssen vorzugsweise im Winter durchgeführt werden. Grund dafür war einst die Trübung des Wassers durch Algen und andere Organismen.
Die Verbesserung der Wasserqualität hat Folgen: Es wäre deshalb heute durchaus auch möglich, in den wärmeren Monaten Unterwasserarchäologie zu betreiben. Die starke Nutzung der Uferpartien durch Sport und Freizeit erlaubt dies nur sehr eingeschränkt – Dokumentations- und Bergungsarbeiten des Amtes für Archäologie im Wasser finden deshalb vorzugweise etwa von Ende Oktober bis Ende März statt.
Die diesjährigen Taucharbeiten im Untersee konzentrieren sich zunächst wieder auf die Baureste im Bereich des sogenannten Orkopfs, einer Untiefe bei Eschenz. Quer durch den untersuchten Bereich zieht sich die Landesgrenze, so dass 14 Tage lang eine deutsche und eine schweizerische Equipe die Arbeiten gemeinsam durchführen.
Erwartet werden wieder spannende Einzelfunde, aber auch ein weiterer Aufschluss über die Pfahlbaudörfer, deren Reste heute noch auf dem Seegrund liegen. Anschliessend wird bis etwa Ende Februar im Gondelhafen Steckborn gearbeitet – hier liegen die Fundschichten aus dem 4. Jahrtausend vor Christus in nächster Nähe der Anlegestellen. Es gilt, die Arbeiten des Jahres 2008 fortzusetzen und die Bauarbeiten am Gondelhafen zu begleiten.
An beiden Fundstellen werden zusätzlich Bohrungen und Messungen durchgeführt, die im Rahmen eines internationalen Projektes für die Erforschung von Erosionsprozessen im Uferbereich von Boden- und Untersee Verwendung finden.



























