«Ich war auf meine gute Kondition angewiesen»
Mit dem Kinofilm «Schönheiten des Alpsteins» hat sich der Elektroingenieur und Sportler Thomas Rickenmann einen Traum erfüllt. Im Herbst kommt das rund eineinhalbstündige Werk in die Kinos. Im Gespräch mit dem 29-jährigen Regisseur aus Abtwil SG.
Herr Rickenmann, Heimatfilme entpuppen sich nicht gerade als Kassenschlager. Wieso drehten sich dennoch einen?
Thomas Rickenmann: Da täuschen Sie sich. Heimatfilme finden durchaus ihr Publikum. Ob es bei meinem so sein wird, wird sich zeigen. Aber nehmen Sie den Film «Johle und Werche» von Thomas Lüchinger. Der Film lockte rund 10’000 Personen ins Kino. Für die Schweiz ist das durchaus beachtlich. Aber das war nicht der entscheidende Punkt für die Realisierung meines Films. Entscheidend war meine Faszination für die Natur. Durch meine sportlichen Aktivitäten wurde mir das immer und immer wieder vor Augen geführt. Bis ich schliesslich entschloss, das Ganze zu filmen.
War es so leicht, wie sich das im ersten Moment anhört?
Nein. Ich filmte ja nicht nur irgendwelche Pflanzen bei schönstem Wetter. Ich war auch bei Regen auf der Alp oder bei einem Föhnsturm im Schnee. Und als ich beispielsweise die Szene mit dem Alpabzug filmte, war ich durchaus auf meine gute Kondition angewiesen. Ich wollte die Sequenz aus verschiedenen Blickwinkeln einfangen, also auch vom gegenüberliegenden Berghang aus. Da gab es nichts anderes als von A nach B zu rennen und wieder zurück. Der ganze Abzug blieb schliesslich nicht wegen mir im strömenden Regen stehen.
Was ist die Botschaft des Films?
Alles, was im Film zu sehen ist, bekommt man auf einer Bergtour selber zu Gesicht, wenn man mit offenen Augen durch die Natur geht. Der Film soll zeigen, dass wir diese Schönheit direkt vor der Haustüre haben. Wir nehmen sie manchmal nur zu wenig wahr. Und natürlich tragen wir ihr auch zu wenig Sorge. Vielleicht wird das dem einen oder anderen Zuschauer wieder etwas bewusst.
Sollte der Film erfolgreich sein, drehen Sie dann weitere Filme?
Das kann ich mir durchaus vorstellen.
Zu welchem Thema?
Konkret weiss ich das noch nicht. Sicherlich würden aber die Natur und Traditionen erneut eine grosse Rolle spielen.
Zu sehen ist der Film ab Herbst dieses Jahres in mehreren Ostschweizer Kinos. Weitere Informationen unter www.extramilefilms.com



























