«Ich möchte ein loyaler Ansprechpartner sein»
AR. Hanspeter Krüsi verlässt die Kantonspolizei Ausserrhoden und wird Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Im Interview erzählt er, wie er sich auf die neue Aufgabe vorbereitet und was ihn nach 13 Jahren immer noch an seinem Beruf fasziniert.
Hanspeter Krüsi, Sie waren 13 Jahre lang Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden. Was fasziniert Sie an diesem Beruf?
Der Umgang mit Journalisten ist sehr abwechslungsreich und bereitet mir grosse Freude. Das ist auch nach vielen Jahren immer noch interessant. Jeder neue Tag bringt viele spannende Aufgaben. Der Tagesablauf wird durch Aktualitäten und Menschen bestimmt. Das ist auch nach vielen Jahren immer noch interessant.
Ab 1. Juli 2009 lösen Sie Hans Eggenberger als Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen ab. Was hat Sie zu dieser beruflichen Veränderung bewogen?
Mit 45 Jahren fühle ich mich noch jung und doch erfahren genug um nochmals eine neue Herausforderung anzunehmen. Trotz 13-jähriger Erfahrung als Mediensprecher habe ich mich in einer privaten, konsequenten Weiterbildung spezifisch auf die professionelle Medienarbeit vorbereitet. Ich habe Freude am Kommunizieren.
Wie bereiten Sie sich auf Ihre neue Stelle vor?
Ich werde von Hans Eggenberger, dem abtretenden Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, eingearbeitet. Mit ihm schaue ich mir die verschiedenen Abteilungen, wie beispielsweise die Kriminalpolizei, Sicherheitspolizei oder Landorganisation sowie natürlich den Mediendienst, genaustens an. Stages ausserhalb der Kantonspolizei St.Gallen, sowie Kontakte zu polizeilichen Spezialisten innerhalb des Korps runden meine Einarbeitungszeit ab. Dem Kontakt der internen Verwaltungsstellen wie den Unersuchungsrichterämtern oder der Staatskanzlei, werden ebenfalls grosse Beachtung geschenkt. Ich werde auch bei verschiedenen Radio- und Fernsehstationen sowie Zeitungsredaktionen im Kanton besuchen. So bekomme ich einen Einblick in deren Arbeit.
Die Kantonspolizei St.Gallen ist ein deutlich grösserer Betrieb als diejenige des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Wie wird sich das auf Ihre Arbeit auswirken?
Bei der Kantonspolizei Appenzell Ausserhoden war ich neben meiner Arbeit als Mediensprecher noch für die Kantonale Notrufzentrale verantwortlich. In St.Gallen werde ich mich einzig und alleine auf den Mediendienst fokussieren können.
Was möchten Sie bei der Kantonspolizei St.Gallen erreichen?
Mein Ziel ist es, das gute Ansehen der Polizei zu wahren. Ich möchte ein loyaler, dienstbereiter, professioneller und guter Ansprechpartner sein. Dies sowohl für die Medienschaffenden, für die Korpsangehörigen selber wie auch für Partnerorganisationen der Polizei.
Sie waren 18 Jahre bei der Kantonspolizei Ausserrhoden, 13 davon als Mediensprecher. Fällt der Abschied schwer?
Eine schwierige Frage. Ich bin nicht wirklich traurig, obwohl die Zeit bei der Kantonspolizei Ausserrhoden schön war. Ein jeder Chef sollte sich nach einer gewissen Zeit verändern. Dies macht ihn im Denken weiter und offener. Die Gefahr der Betriebsblindheit schwindet. Es gibt ihm und seinem Umfeld eine Chance zur Veränderung. Nun habe ich mich für eine berufliche Veränderung entschieden und ich freue mich auf eine spannende Zukunft mit vielen Herausfoderungen bei der Kantonspolizei St.Gallen.
Sie sind nebenbei als Kabarettist tätig. Eine ungewohnte Kombination.
Viele Menschen haben einen falschen Eindruck von uns Polizisten und denken, wir würden vor allem repressiv handeln. Dabei sind wir ganz normale Personen. Wir können genau dieselben Hobbys und Talente haben wie beispielsweise ein Zahnarzt oder ein Gärtner. Mein Talent ist es, die Leute zum Lachen bringen. Deswegen trete ich als Kabarettist auf.
Viele Auftritte als Kabarettist werden Sie aber nicht mehr haben. Sie beenden Ihre Bühnenkarriere per Ende Jahr. Was hat Sie dazu bewegt?
Mit der neuen Tätigkeit bietet sich die Gelegenheit, auch mein Privatleben etwas zu verändern. Ich möchte meine Freizeit vermehrt geniessen und nicht mehr so viele Termine wahrnehmen müssen. Dazu kommt – nach 20 Jahren Bühenenpräsenz – auch eine gewisse Müdigkeit. Je bekannter ich wurde, desto grösser wurde auch der Druck: Ich hatte immer mehr Auftritte zu absolvieren und die Leute erwarteten auch immer wieder ein neues Programm. Nun, ohne das Kabarett, kann ich meine Freizeit wieder spontan gestalten und in Ruhe geniessen.



























