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«Ich bekomme jedes Mal Hühnerhaut»

Urnäsch. Kirsten Oertle-Mildner stellt Bilder von Silvesterkläusen aus. Im Gespräch verrät sie, warum gerade Silvesterkläuse sie derart faszinieren.

Am Samstag, 10. November, öffnet Ihre Ausstellung «Silvesterklausen – Momente gelebter Tradition» in der Bergwirtschaft Blattendürren ihre Türen. Warum habe Sie sich dazu entschieden, gerade Silvesterkläuse zu fotografieren und die Bilder auszustellen?
Kirsten Oertle-Mildner: «Ich bin in Urnäsch aufgewachsen und somit auch mit dem Brauchtum des Silvesterklausens. Der Brauch wurde damals schon gelebt und wird es auch heute noch. Das faszinierte mich schon immer. Ich fahre jedes Jahr am Alten Silvester nach Urnäsch und begleite einen Schuppel von Silvesterkläusen. Es ist das Urtümliche, das mich fasziniert. Das Dabeisein von frühmorgens auf dem Bauernhof bis spät abends. Das alles ausserhalb des Tourismus mitzuerleben ist fantastisch. Da ich in Urnäsch aufgewachsen bin, kenne ich viele der Kläuse. Diesen Kontakt haben wir über all die Jahre aufrechterhalten.»

Welche Art von Silvesterkläusen zeigen Ihre Bilder. Sind es schöne, schön-wüste oder wüste Silvesterkläuse?
«Da mir alle Arten von Silvesterkläusen sehr gut gefallen, sind auf den ausgestellten Bildern auch alle drei Arten zu sehen. Ich begleite jährlich immer eine Gruppe. Da waren schon schöne, wüste, aber auch schön-wüste dabei. Jeder Silvesterklaus ist auf seine Art speziell.»

Was bedeutet Ihnen der Brauch des Silvesterklausens?
«Dieser Brauch bedeutet mir sehr viel. Ich wohne seit 15 Jahren im Thurgau und da wird Brauchtum nicht in dieser Art gepflegt. Brauchtum ist etwas, was mich fasziniert – allen Bräuchen voran das Silvesterklausen. Auch deshalb, weil dieser Brauch noch gelebt und gepflegt wird. Wenn die Silvesterkläuse jeweils frühmorgens mit dem «Zäuerlen» beginnen, bekomme ich jedes Mal noch Hühnerhaut.»

Was dürfen die Besucherinnen und Besucher von Ihrer Ausstellung erwarten? Wie sind die Silvesterkläuse dargestellt?
«Da die Fotos der Silvesterkläuse auf Leinwand aufgezogen wurden, ist bereits die Präsentationsform speziell. Die Bilder selbst zeigen einzelne Kläuse oder Detailaufnahmen. Teilweise präsentiere ich auch Collagen, die mehrere Silvesterkläuse oder verschiedene Gruppen zeigen. Der Klaus steht im Mittelpunkt der Ausstellung, der Mensch wird nicht gezeigt. Das heisst, es sind keine Bilder von Silversterkläusen beim Anziehen zu sehen. Nur die «fertigen» Kläuse werden gezeigt, so wie sie jeder am Alten Silvester zu Gesicht bekommt.»

Nun noch zum Ort der Ausstellung, dem Restaurant «Blattendürren». Warum haben Sie gerade diese Lokalität ausgewählt?
«Das hat sich so ergeben. Am letztjährigen Alten Silvester habe ich einen Klausschuppel begleitet, der im Restaurant «Blattendürren» frühstückte. Im Gespräch kam die Idee für eine Ausstellung auf und so ist es nun dazu gekommen. Zudem finde ich, dass sich das Restaurant «Blattendürren» sehr gut eignet, da es ein sehr ursprünglicher Ort ist und deshalb ausgezeichnet zu den Bildern und dem gezeigten Brauchtum passt.»


Die Ausstellung wird am kommenden Samstag, 10. November, um 16 Uhr, im Restaurant «Blattendürren» in Urnäsch eröffnet. Das Einführungsreferat hält der Appenzeller Volkskundespezialist Hans Hürlemann. Anschliessend «zäuerlet» der Büelbänkli Schuppel aus Urnäsch. Die Ausstellung dauert bis zum 9. Februar und ist während den Öffnungszeiten der Bergwirtschaft, jeweils samstags und sonntags, geöffnet. Für Gruppen und Gesellschaften ist die Ausstellung auf Anmeldung auch an den übrigen Wochentagen zugänglich, Telefon 071 364 17 63.


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Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 07.11.2007 - 07:57:00