«I bi Gotti vomne herzige chline Schwick!»
Beim Gäbrisseeli wurde der sechste Ausdruck des künstlerisch sozio kulturellen Projektes «wort los» bekannt gegeben. Das Wort des Monats Juni heisst: «en Schwick».
Sie sei schon ziemlich überrascht gewesen, dass ihr vorgeschlagenes Wort gewonnen habe und sie habe es zuerst verdauen müssen. Jedenfalls ging sie erstmal «en Schwick» go bade.
Silvia Oehninger-Heierli wohnt mit ihrer Familie in Hagenbuch, am östlichsten Rand des Kantons Zürich und so gesehen nahe beim Appenzellerand. Obwohl sie die Kindheit in Basel verbrachte, war sie sich ihren Wurzeln immer bewusst. Ihren Bürgerort Gais, den sie leider mit der Heirat ins Unterland verlor, hat sie nie vergessen und auch die appenzellische Kultur und die Sprache nicht. Gerade war sie mit dem Jodelchor in St.Moritz.
Mehr Sonnenanbeterin als Badenixe
Die Bedingungen, um sich im Juni an der Wortsuche zu beteiligen, hätten ihr sofort zugesagt. Besonders schön sei es, dass auch «Auswärtige» beim Projekt mitmachen dürfen und damit die eigene Verbundenheit ausdrücken können. Als Sonnenanbeterin bezeichnet sich Silvia Oehninger-Heierli schon, doch die Bezeichnung Badenixe überlässt sie gerne anderen und schmunzelt dabei.
Auf ihrem Bauernhof die Füsse in den «Bronne z?hebe», geniesst sie sehr. Gerade nach einem anstrengenden Einsatz in der Spitex. Für ein Sonnenbad in der Natur erwähnt sie unter anderem den schönen Bichelsee. Den hätte sie gerne für die Präsentation ihres Wortes gehabt, doch leider liegt er nicht im Einzugsgebiet der Appenzeller Zeitung. Deshalb hat sie den Brötliplatz am Gäbrisweiher gewählt und Freunde und Verwandte eingeladen dabei zu sein.
Auch bei herbstlich-nasskaltem Wetter präsentierte die Gotte «ihr Liibli» sichtlich stolz auf eindrückliche Weise. Unter den anwesenden Gästen waren auch bekannte Gesichter, welche in den vergangenen Monaten mitbeteiligt waren. Nach der offiziellen Würdigung beim Seeli war man sich bald einig, für «en Schwick» an die Wärme zu gehen. Das Thermometer beim unteren Gäbris zeigte gerade noch acht Grad an.
In der Stube stieg die Temperatur beim gemütlichen Zusammensein und beim Gesang zu den Klängen von Zieh- und Mundharmonika merklich an. Leidenschaftlich wurde über den Dialekt und seine Ausprägungen diskutiert. Eindeutig erlebbar war, wie lange so «en Schwick» dauert: er ist individuell und situativ!
Das Wort für den Juli
Projektleiter Martin Manser und die fröhliche Runde machten sich Gedanken, wer als nächstes Vorschläge machen darf, beziehungsweise kann. Die Person soll in den Ferien sein und von dort ihr Wort schicken. Am Mittwoch, 18. Juli, muss der Vorschlag angekommen sein. Auf welchem Weg auch immer: Telefon/SMS: 079 649 79 82 // E-Mail: prozessgestaltung@hispeed.ch // Postweg/Flaschenpost:«wort los»,Sälde 6, 9050 Appenzell. Die Präsentation findet am Mittwoch, 1.August statt!
Projekthalbzeit
Mit Silvia Oehninger-Heierli hat ein weiterer typischer Appenzellerausdruck ein passendes Gesicht und eine Stimme bekommen. «En schwick» reiht sich zu «weleweg», «bisons», «gwared», «chom wädli» und «leiig». Somit ist bereits das halbe Dutzend voll. Alle Gotten und Göttis nehmen eine wichtige Funktion war als Repräsentantinnen und Repräsentanten.
Eine bestimmte Person hat sich ein bestimmtes Wort ausgesucht. Somit haben die Person und das Wort eine gemeinsame Geschichte bekommen. Vielleicht war es auch umgekehrt und das Wort hat sich die Person ausgesucht. Die Aussage: ?Man muss die Sprache lieben um sie zu leben; und man muss die Sprache leben um sie zu lieben?, entstand in Abwandlung des Spruches auf der eingesandten Karte von Silvia Hehringer-Heierli.



























