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Hügli trotzt höheren Rohmaterialpreisen

Der Ostschweizer Nahrungsmittelhersteller Hügli hat 2007 trotz starker Preissteigerungen bei Rohmaterialien wie Milchpulver oder Getreide mehr verdient. Der Gewinn kletterte um 18 Prozent auf 18,8 Millionen Franken.

«Eine solche Erhöhung der Rohstoffpreise hat es zumindest in den letzten 50 Jahren nie gegeben», sagte Konzernchef Jean Villot am Freitag vor den Medien in Zürich. Hügli konnte die Preissteigerungen zum Teil nur mit Schwierigkeiten und verzögert weitergeben: Das habe bessere Resultate verhindert, so Villot.

Umsatzzunahme
Der Betriebsgewinn (EBIT) des Herstellers von Suppen, Saucen und Fertiggerichten stieg dennoch um 19,1 Prozent auf 26,8 Prozent. Allerdings war Hügli 2006 noch durch hohe Marktinvestitionen und einen Produktrückruf wegen gentechnisch verändertem Reis gebremst worden.

Der Umsatz wuchs 2007 um 13,2 Prozent und in Lokalwährungen um 8,6 Prozent auf einen Wert von 345,4 Millionen Franken. Das organische Wachstum – also unter Ausklammerung von Firmenübernahmen – lag bei 6,0 Prozent. Die Preissteigerungen machten darin erst 0,5 Prozentpunkte aus.

Probleme in Osteuropa
Zulegen konnte Hügli in allen Regionen mit Raten von 10 Prozent im wichtigen Gebiet Deutschland bis zu 25 Prozent in Osteuropa. In Osteuropa konnten allerdings die Kosten nicht in den Griff gebracht werden, entsprechend klein fiel der Betriebsgewinn aus. Das Management in Osteuropa ist inzwischen ausgetauscht worden.

Mit Enthusiasmus präsentierte das Hügli-Management seine beiden neuen Übernahmen: Mit der italienischen Ali-Big habe die bisher auf Trockensuppen spezialisierte Hügli nicht zuletzt Know-how für die Herstellung von Flüssig-Suppen und -Saucen erworben. Der Kauf der britischen Contract Foods soll zudem die Position im englischen Markt verstärken.

Preissteigerungen durchsetzen
Auch das laufende Jahr dürfte von den starken Preissteigerungen bei den Rohmaterialien geprägt sein. Hügli-Chef Villot zeigte sich entschlossen, bei den Kunden die entsprechenden Preissteigerungen durchzusetzen: «Werden diese von einzelnen Kunden nicht akzeptiert, nehmen wir halt auch den Bruch von Geschäftsbeziehungen in Kauf.»

Für das erste Quartal 2008 konnte Hügli allerdings ein starkes Umsatzwachstum von 20,1 Prozent vermelden, unter Ausklammerung der Akquisitionen lag es noch bei 13,1 Prozent. Die Preiserhöhungen in den vier Hügli-Divisionen lagen dabei im Schnitt bei 3,9 Prozent.

Schwierige Prognose
«Es war selten schwieriger für mich, eine Prognose für das Geschäftsjahr abzugeben als in diesem Jahr», sagte Villot. Die Rohstoffpreissteigerungen aber auch die Schwankungen bei den Währungen dürften das Ergebnis belasten. Immerhin erwartet der Hügli-Chef bei Gewinn und EBIT «bessere Ergebnisse als 2007».

Die Aktionäre sollen am Gewinn von 2007 mit einer Nennwertrückzahlung von 11 Franken beteiligt werden. An der Börse wurde das Ergebnis positiv aufgenommen: Während die Gesamtbörse am Nachmittag ins Minus abdrehte, notierte die Hügli-Aktie gegen 15.30 Uhr mit 615 Franken noch immer um 0,3 Prozent im Plus.

ThurgauThurgau / 11.04.2008 - 16:23:00