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Hubertusfeier in der Kirche Haslen

Haslen. Die Innerrhoder und die Ausserrhoder Jagdhornbläser feiern St.Hubertus, den Jagdpatron.

Am kommenden Sonntag, den 4. November, treten die Jagdhornbläsergruppen «Freiheit» aus Innerrhoden und «Waldkauz» aus Ausserrhoden gemeinsam in der Kirche Haslen auf mit einer Hubertusmesse von Johann Hayden.

Die Appenzeller Jäger sind zwar organisatorisch nach ihren Kantonen getrennt, haben aber vor allem in musikalischer Hinsicht viele Gemeinsamkeiten. Die Innerrhoder nennen ihre Jagdhorngruppe «Freiheit», und die Ausserrhoder Jagdhornbläsergruppe heisst «Waldkauz». Beide haben die gleiche Instrumentierung, nämlich Fürst-Pless- und Parforcehörner, auf B gestimmt.

Das Fürst-Pless-Horn ist klein und handlich, ein ventilloses, meist mit Lederstreifen umwickeltes Naturhorn mit sechs Naturtönen. Es hat seinen Namen seit 1880 von Hans Heinrich XI., Fürst von Pless, dem Oberjägermeister von Kaiser Wilhelm I. In beiden Jagdbläsergruppen werden auch einzelne Parforcehörner geblasen. Sie sind grösser, ebenfalls ohne Ventile und können dank der grossen Windung um den Oberkörper getragen werden. Es ist der direkte Vorläufer des modernen Waldhorns, das als Konzert und Soloinstrument gespielt wird.

Die Bläser werden im Gottesdienst am Sonntag, 4. November 10.30 Uhr, unter der Leitung von Erwin Bühler die Hubertusmesse von Johann Hayden spielen. Der Name des Komponisten verleitet zu Fehlinterpretationen, wenn man nur flüchtig hinschaut. Es ist eben nicht der berühmte Namensvetter Joseph Haydn (1732-1809), der in seiner 73. Symphonie von 1782 den 4. Satz «La Chasse», die Jagd, überschrieben hat. Johann Hayden, der Komponist der in Haslen aktuellen Hubertusmesse, wohnt in einem Dorf südlich von Wien und hat im Eigenverlag mehrere Jagdhornstücke herausgegeben. Im Anschluss an die Hubertusfeier, die Pastoralassistent Michel Corminboeuf gestaltet, wird zu einem Apéro eingeladen.

Für Gottesdienstbesucher, die noch nie in der Kirche Haslen waren, lohnt sich ein Besuch noch aus einem weiteren Grund. Die Wallfahrtskirche Mariahilf in Haslen ist früher bekannt gewesen als Wallfahrtsort mit einem berühmten Bild, das im 17. Jh. nach einem Vorbild von Lucas Cranach von 1737 für die Vorgängerkirche geschaffen worden ist. Das heutige, imposante Gebäude, eine Werk des damals berühmten St.Galler Architekten August Hardegger, wurde 1905 geweiht, die sehenswerte Ausmalung des Innenraums war aber erst 1927 abgeschlossen.

Der 3. November ist der Tag des heiligen Hubertus, der schon seit Jahrhunderten der Schutzherr oder Patron der Jäger ist. Nach der Heiligenlegende soll er um 657 in Toulouse als Sohn des Herzogs Bertrand von Aquitanien geboren sein. Er lebte als Pfalzgraf in Paris und später in Metz. Er heiratete dort die Prinzessin von Löwen, die aber bereits bei der Geburt des ersten Sohnes im Kindbett starb.

Hubertus zog sich von allen Ämtern zurück, lebte sieben Jahre als Einsiedler in den Ardennen und ernährte sich von der Jagd. In dieser Zeit festigte sich sein Glaube so, dass er als Glaubensbote in Brabant und den Ardennen wirkte. 705 wurde er Nachfolger seines Lehrers, des heiligen Lambert, Bischof von Tongern im südlichen Belgien. Um 717 verlegte er den Bischofssitz nach Lüttich, und zehn Jahre später starb er auf einer Reise in der Nähe von Brüssel. Am 3. November 743 wurde er heilig gesprochen, und der 3. November wurde sein Gedenktag.

Seit dem 15. Jahrhundert wird die Legende vom Jäger Hubertus erzählt, dem ein mächtiger Hirsch mit dem Kruzifix zwischen dem Geweih erschien, was ihn bekehrte; dieses Motiv stammt aus der viel älteren Legende des heiligen Eustachius, der im 2. Jahrhundert als Märtyrer starb. Die Grundlage für die Zuschreibung dieses Motivs an Hubertus war seine Zeit als Einsiedler und Jäger im Wald.

Die Überlagerung von verschiedenen Lebensgeschichten ist keine Ausnahme. Ähnliches kennt man auch von den Legenden um den heiligen Nikolaus. Die Verehrung des heiligen Hubertus verbreitete sich rasch. Er ist Patron der Jäger, Schützen, Drechsler, Gießer, Kürschner, Metallarbeiter, Metzger, Optiker; für Jagdhunde; er hilft auch gegen Hundetollwut, Hunde- und Schlangenbiss. In einzelnen Gegenden soll er sogar zu den 14 Nothelfern gehören.


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Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 30.10.2007 - 16:33:00