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Horror: Flugzeugabsturz über Herisau

Herisau. Horrorszenario im Appenzellerland: Im Luftraum über Herisau kam es zu einem Zusammenstoss von zwei Flugzeugen. So jedenfalls das Szenario zu einer Übung.

Nicht erschrecken – was nach einer der grössten Katastrophen im Appenzellerland in neuerer Zeit klingt, ist glücklicherweise nur Fiktion, lediglich ein Übungsfall. Doch: «Dieses Beispiel ist ein absolut denkbares und durchaus mögliches Szenario», meint Michael Flückiger vom Büro für Flugunfalluntersuchungen.

71 Menschen sterben – bei fiktivem Unglück
Dieses Szenario ist Folgendes: Eine russische Tupolev kollidierte in rund 10’500 m.ü.M. am Freitagmorgen um 5.20 Uhr über Herisauer Luftraum mit einer amerikanischen Boing. Die beiden Flugzeuge kamen in Schlatt, 10 Kilometer westlich von Schwellbrunn herunter – grosse Trümmerteile stürzen dabei auf Herisau, Schwellbrunn, Degersheim und werden im ganzen Appenzeller Hinterland verteilt. Insgesamt kommen 71 Menschen ums Leben. Der Absturz löst in Schwellbrunn einen grossen Waldbrand aus, diverse Gewässer müssen vor auslaufenden Flüssigkeiten geschützt werden, Strassen und Bahnlinien müssen teilweise oder ganz gesperrt werden. Insgesamt sind rund 500 Feuerwehrleute, dazu unzählige Polizisten, Samariter, Militärangehörige und Zivilschützer im Einsatz – insgesamt sind rund 1’000 Personen mit dem Unglück beschäftigt. Bis zur am Mittag eilig einberufenen Pressekonferenz ist die Hilfe bereits vollumfänglich angelaufen, man hat rasch reagiert.

Auch mehr Flugverkehr über Inner- und Ausserrhoden
Zwar war der Unfall nicht real, doch sollte es irgendwann wirklich zum Ernstfall kommen, will der Einsatzstab nicht unvorbereitet getroffen werden. «Der Bevölkerung ist sicher auch nicht entgangen, dass der Flugverkehr über dem Appenzellerland in letzter Zeit stark zugenommen hat», begründet Detlev Eberhard, Leiter der Koordinationsstelle für Bevölkerungsschutz die Übung. Das erst kürzlich über Urnäscher Gemeindegrund abgestürzte Flugzeug, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, habe hingegen nichts mehr der Ansetzung der Übung zu tun.

Bereit sein für den Ernstfall
Die an der Übung beteiligten Personen bekamen dabei während der Dauer auch laufend neue Informationen – so wurde ihnen beispielsweise mitgeteilt, wo Öl am auslaufen sei oder Wrackteile gefunden wurden. Auf diese veränderte Situation mussten die Einsatzleute im Koordinationszentrum dann jeweils reagieren. Wie an einer richtigen Medienkonferenz wurde die Presse über den Flugzeugabsturz informiert, der Krisenstab reagierte auf Fragen über das fiktive Unglück.

Nach Abschluss der Pressekonferenz läuft die Übung noch bis am Nachmittag weiter, doch Eberhard ist bereits sichtlich zufrieden – zwar hofft man, nie mit einem Ernstfall konfrontiert zu werden, doch sollte es doch einmal so weit kommen, wird man hier nicht unvorbereitet sein.


Weitere Artikel zu diesem Thema:
– Bildergalerie: «Flugzeugabsturz über Herisau – Die Übung», (25.05.2007)

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 25.05.2007 - 17:19:00