Höngger Bombenleger geschnappt – wer sind die Helfer?
Höngg/ZH. Im Dezember 2006 entging das Zürcher Quartier Höngg knapp einer Katastrophe. Im letzten Moment konnte die Polizei eine Bombe entschärfen. Jetzt ist der Täter ermittelt. Er benutzte Sprengstoff der serbischen Armee.
Nach mehr als einjährigen Ermittlungen hat die Bundesanwaltschaft (BA) im Falle des fehlgeschlagenen Bombenanschlags in Zürich-Höngg einen Tatverdächtigen ermittelt. Der Mann sass während 50 Tagen in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass an dem Mordversuch mehrere Personen beteiligt waren.
Am 17. Dezember 2006 war unter einem Personenwagen an der Reinhold-Frei-Strasse im Zürcher Quartier Höngg ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden. Die Gegend wurde abgesperrt, 150 Personen wurden evakuiert. Die Polizei machte das Objekt unschädlich.
Hochbrisanter Stoff
Drei Tage später teilte die Bundesanwaltschaft (BA) mit, dass es sich um eine «funktionstüchtige Bombe mit hochbrisantem Stoff» gehandelt habe. Wie aus einem heute veröffentlichten Urteil des Bundesstrafgerichts hervorgeht, hat die BA am 26. Februar in diesem Zusammenhang einen Mann verhaftet.
Sie führt gegen ihn eine Strafuntersuchung wegen eines versuchten Tötungsdelikts, Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht, Verstössen gegen das Waffengesetz und anderen Delikten. Laut dem Urteil hat der Mann den gegen ihn bestehenden dringenden Tatverdacht nicht grundsätzlich bestritten.
Sprengstoff aus Serbien
Die BA hatte in Bellinzona um Verlängerung der U-Haft ersucht, was bis zum 15. April gewährt wurde. Wie BA-Sprecherin Jeannette Balmer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mitteilte, wurde der Mann auf diesen Termin hin aus der Haft entlassen. Weitere Angaben könnten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden.
Aus dem Urteil des Bundesstrafgerichts ergibt sich allerdings, dass die BA von mehreren Tatbeteiligten ausgeht. Darauf müsse aufgrund der Herkunft des Sprengstoffs aus Beständen der serbischen Armee und der Bauweise der Zündvorrichtung geschlossen werden.
Waffen und Liste gestohlener Kunstwerke
Ermittelt werden müsse unter anderem noch, wer den Auftrag zur Ermordung des Opfers erteilt und die Bombe angebracht habe und wer durch einen Anruf auf den Mobiltelefon-Zünder die Detonation hätte auslösen sollen. Am Sprengsatz seien DNA-Spuren gefunden worden, die bis auf eine noch nicht hätten zugeordnet werden können.
Dem Urteil ist weiter zu entnehmen, dass im Keller des Tatverdächtigten zwei geladene Waffen gefunden wurden. Eine von ihnen sei als gestohlen gemeldet und stamme aus einem Einbruch. Zudem sei eine Liste gestohlener Kunstwerke gefunden worden. SDA/ATS
Bilder: Markus Heinzer, www.fotohugo.ch



























