Hochwasserschutz auf guten Wegen
Bühler. Für mehr als sieben Millionen Franken wird der Rotbach in seinem Bett gebändigt.
Es war im Sommer 2002 als ein verheerendes Hochwasser in der Gemeinde Bühler Schäden von über 20 Millionen Franken verursachte. In der Folge wurde ein Projekt zur Sanierung des Rotbachs im Bereich Nohblaken erarbeitet. Die Hochwasserschutzkommission überzeugte sich dieser Tage vor Ort, dass die Arbeiten gut vorankommen.
Das vom Kanton in enger Zusammenarbeit mit den Gemeindebehörden ausgearbeitete Sanierungsprojekt umfasst das rund 600 Meter lange Teilstück des Rotbachs vom Schulhaus Hermoos bis hinunter zum Areal der Firma Eschler AG. Der Kostenvoranschlag rechnet mit Gesamtaufwendungen von rund 7,6 Millionen Franken, 72 Prozent davon übernehmen Bund und Kanton, in die restlichen 28 Prozent teilen sich die Gemeinde Bühler und die Anstösser. Die Gemeinde Bühler rechnet mit Aufwendungen von gesamthaft über einer Millionen Franken. «Geld, das gut investiert ist», sagte Gemeindepräsidentin Inge Schmid, «wenn man daran denkt, welch grosse Schäden das Hochwasser von Ende August 2002 verursacht hat.»
Naturnaher Bachausbau
Bis jetzt sind rund zwei Drittel des Hochwasserschutzprojekts realisiert. Das Teilstück vom Schulhaus Hermoos bis unterhalb Göbsimühlebrücke ist fertig gestellt und das Teilstück entlang der Liegenschaft der Firma Eschler AG ist ebenfalls grösstenteils bereits abgeschlossen. In den kommenden Monaten wird noch das Mittelstück zwischen Göbsimühlebrücke und der neu zu erstellenden Brücke bei der Liegenschaft Eschler hochwassertauglich ausgebaut. Voraussichtlich Ende Mai 2009 werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Kürzlich liessen sich die Mitglieder der Hochwasserschutzkommission mit Gemeindepräsidentin Inge Schmid von Martin Eugster, Abteilungsleiter Wasserbau im Ausserrhoder Tiefbauamt, an Ort und Stelle über den Stand der Bauarbeiten informieren. Die Begehung machte deutlich, dass bei der Verbreiterung des Bachlaufs einer naturnahen Gestaltung grosses Gewicht beigemessen worden ist. Insbesondere im Bereich der Göbsimühlebrücke ist eine idyllische Bachlandschaft entstanden, die in Zukunft durchaus auch als Erholungsraum ihren Zweck erfüllen wird.
Stark verbreiteter Bachlauf
Im Zusammenhang mit dem Rotbach-Hochwasserschutz im Bereich Nohblaken wurde vor allem das Bachprofil stark verbreitert. Hingegen wurde die Bachsohle lediglich entlang des Areals der Firma Eschler um durchschnittlich 60 Zentimeter abgesenkt, dazu wurde eine Betonmauer entlang des Firmenareals erstellt und ein Felsabtrag vorgenommen. Mit der Verbreiterung und der Absenkung wurde eine starke Erhöhung der Durchflussmenge erreicht. War das Bachprofil vor der Sanierung auf einen Durchfluss von rund 30 Kubikmetern Wasser pro Sekunde ausgerichtet, können jetzt rund 130 Kubikmeter Wasser pro Sekunde problemlos abfliessen, «damit werden die Werte eines Jahrhunderthochwassers erreicht», sagt Martin Eugster. Die starke und gut sichtbare Verbreiterung des Bachlaufs im oberen Bereich war vor allem auch darum problemlos möglich, weil dort genügend Platz vorhanden war. Obwohl bei der Realisierung des Hochwasserschutzes auf eine naturnahe Gestaltung geachtet worden war, konnte auf die Befestigung des Uferbereichs und der Bachsohle nicht verzichtet werden, allerdings ist diese so gut kaschiert, dass sie für Laien nicht erkennbar ist. Notwendig war die Befestigung des Uferbereichs im «Nohblaken», um eine gewisse Widerstandskraft gegen die Wucht des Wassers bei starker Strömung zu erreichen, weil der Rotbach hier durch die Grundwasserschutzzone führt.
Bild 3 in Grossansicht
Beim Schulhaus Hermoos erläutert der kantonale Wasserbauverantwortliche Martin Eugster (mitte) die realisierten baulichen Hochwasserschutzmassnahmen.
Bild 4 in Grossansicht
Im Bereich der Göbsimühlebrücke ist der Bachlauf stark verbreitet worden und beeindruckt durch die naturnahe Gestaltung.



























