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Hochstämme weiterhin ein grosses Problem

Es war zu erwarten, dass bei günstigen Infektionsbedingungen auch im 2008 der Feuerbranddruck gross sein wird.

Bis heute ist in 45 Gemeinden Befall aufgetreten. Der Streptomycineinsatz verhinderte einen erneuten Grossbefall in den Obstanlagen. Die Hochstämme sind örtlich sehr stark von der Bakterienkrankheit befallen. In den Hausgärten ist die Feuerbrandkontrolle angelaufen. Befallsverdacht ist der Kontaktstelle für Feuerbrand in den Gemeinden zu melden.

Infektionsbedingungen
Während der Blüte herrschten gute Infektionsbedingungen. Regional waren bis zu 10 Infektionstage zu verzeichnen. Zu Beginn der Blühperiode herrschten noch relativ tiefe Temperaturen, was den Aufbau der Bakterienpopulation etwas verzögerte. Am Ende hingegen waren die Witterungsbedingungen optimal für Infektionen. Die Birnen waren zum grossen Teil verblüht, bis diese Bedingungen eintraten. Hingegen passten sie ideal für spät blühende Apfelsorten sowie Weissdorn oder Cotoneaster.

Weniger Befall in Erwerbsobstanlagen
Bei den Birnen zeigt sich ein geringer Befall. Aufgrund der noch nicht günstigen Infektionsbedingungen während der Blüte konnte bei Birnen auf Streptomycinbehandlungen verzichtet werden. Hingegen waren die etwas später blühenden Apfelanlagen optimal den Infektionen ausgesetzt. Am 7./8., 9./10. und 12./13. Mai wurde dreimal die Anwendung von Streptomycin freigegeben. Der Vergleich von unbehandelten und mit Streptomycin behandelten Anlagen zeigt ein deutliches Bild. In mit Streptomycin behandelten Parzellen weisen die früh bis mittelspät blühenden Sorten nur punktuell Einzelbefall auf. Bei den spät blühenden Sorten, besonders Gala und Elstar, ist leichter Blütenbefall festzustellen, welcher durch Rückriss der befallenen Äste unter Kontrolle gehalten werden kann. Unbehandelte Anlagen weisen durchwegs sehr starken Befall auf. Grössere Probleme entstanden auf Biobetrieben und in Baumschulen. Hier war der Einsatz von Streptomycin nicht bewilligt. Die Anwendung von alternativen Produkten hat im Vergleich zu Streptomycin weniger Schutz gebracht und die Wirkungsgrade variieren von Obstanlage zu Obstanlage stärker. Bisher mussten rund 6 ha gerodet werden, was ca. 10 Prozent des vergangenen Jahres entspricht.

Erneut starke Blüteninfektionen bei Hochstämmen
Die Kontrollen der Hochstamm-Feldobstbäume, die durch nebenamtliche Kontrolleure des Kantons durchgeführt werden, sind am 17. Juni angelaufen. Sie werden erschwert, da neben Feuerbrand auch Monilia und Mehltau stark auftreten. Ein grosser Teil der Bäume hat aufgrund des hohen Ertrages im Jahr 2007 heuer nicht geblüht. Diese Bäume stehen meistens schön da, auch wenn im letzten Jahr Befall vorhanden war und Rückschnitt erfolgte. Teilweise hat der Rückschnitt jedoch nicht funktioniert, was sich in abgestorbenen Astpartien zeigt. Besonders spät blühende Sorten sind erneut stark vom Feuerbrand betroffen. In späteren und höheren Lagen (Hinter- und Oberthurgau) ist die Intensität der Infektionen teilweise sehr hoch. Örtlich gibt es auch in anderen Regionen starken Befall. Besonders die Seelagen sind weniger befallen als im 2007. Der hohe Befallsdruck muss durch möglichst rasche Sanierung (Rückschnitt/Rodung) der Bäume reduziert werden. Ansonsten wird die Situation überall dort, wo im Befallsgebiet ein Hagelschlag zu verzeichnen ist, noch schlimmer.

Kontrollen im Siedlungsgebiet angelaufen
Dem Vegetationsstand entsprechend werden ab jetzt bis Ende September in allen Gemeinden im Siedlungsgebiet die Feuerbrandkontrollen stattfinden. Alle Hausgärten werden systematisch nach verdächtigen Feuerbrand-Wirtspflanzen abgesucht. Bereits jetzt ist klar, dass insbesondere die später blühenden Cotoneaster und Weissdornbüsche örtlich stärkeren Befall aufweisen. Die nächsten zwei Monate werden zeigen, wie hoch der Befallsdruck dieses Jahr im Siedlungsgebiet sein wird.

Verdächtige Pflanzen der Gemeinde melden
Wer Befall entdeckt, wird gebeten, die Feuerbrandkontaktstelle der Gemeinde zu informieren, damit umgehend die nötigen Massnahmen getroffen werden können. Verdacht auf Feuerbrand besteht, wenn mindestens eines der folgenden Schadbilder vorhanden ist: Absterben von ganzen Blütenbüscheln und Braun-Schwarz-Verfärben der Blätter vom Blattstiel Richtung Blattspitze, u-förmig abgebogene Triebspitzen oder Austreten von gelblich-orangen Schleimtropfen.

ThurgauThurgau / 07.07.2008 - 07:45:00