Hitlergruss sorgt für Aufregung
Stein. Werbung der falschen Art für eine Weltmarke: Neonazis zeigen den Hitlergruss vor dem Logo des «Appenzeller Käse»
Es ist wie so oft: Erst die mediale Aufregung um einen Vorfall macht aus diesem wirklich ein Problem. Im vergangenen März besuchte eine Gruppe Neonazis die Schaukäserei in Stein, posierte anschliessend vor dem Logo des «Appenzeller Käse» – und einige der Jung-Rechten hoben den Arm zum Hitlergruss. Das Bild existiert seit über einem halben Jahr, war aber in der Öffentlichkeit nie ein Thema. Die linke Webseite indymedia.org publizierte das Foto im April, nachdem sie den Online-Versand der bewussten Neonazi-Truppe gehackt hatte. Aber Otto Normalverbraucher bekam davon nichts mit, entsprechend musste auch die Weltmarke Appenzeller Käse und die Schaukäserei in Stein keinen Imageschaden befürchten.
Nun aber publizierte der «Sonntagsblick» das Bild in der aktuellen Ausgabe, und nun bricht Hysterie aus. Laut der Zeitung hat Christoph Kempter, Geschäftsführer von Appenzeller Käse, die Sache bei der Polizei gemeldet. Das Ausserrhoder Verhöramt prüfe nun, ob ein Strafverfahren zu eröffnen sei. Das mögliche Delikt: Verstoss gegen das Antirassismusgesetz. Ein privater Kämpfer gegen die rechtsextreme Szene hat laut eigenem Bekunden bereits eine Anzeige eingereicht.
Somit schafft es das Bild bei der Schaukäserei nun vermutlich langfristig in die Öffentlichkeit. Bei jeder neuen Erwähnung zum Fortschritt der Anzeige oder einem möglichen Urteil wird es gezeigt werden. Öffentlichkeitsarbeit von der Sorte, die man als weltbekannte Marke kaum wünscht. Dass die Schaukäserei in Zusammenhang mit rechtsextremen Aktivitäten stehen könnte: Auf diese absurde Idee kommt ja ohnehin niemand; jedem Betrachter ist klar, dass hier Neonazis eine bekannte Örtlichkeit für ein «Familienfoto» der verwerflichen Art missbraucht haben. Wirklich Erfolg feiern sie damit erst jetzt – «dank» der schweizweiten Verbreitung am Kiosk.



























