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Hilfe, ich werde gegugelt!

Von jungen Leuten kann man viel lernen. Mein halbwüchsiger Neffe erklärte mir kürzlich, er habe mich gegugelt.

Ich habe ihm zuerst ordentlich eine gewaschen und ihm gesagt, dass ich es nicht gutheisse, wenn er mich ohne meine Einwilligung einfach so gugelt. Ich meine, das hört sich ja nicht gerade nach etwas Anständigem an. Dann hat er mir aber erklärt, was dieses «Google» ist und dass er dort nach dem «Heri Sauer» gesucht habe und prompt fündig geworden ist. Es ist also völlig harmlos. Nur damit Sie das auch wissen, bevor Sie Ihrem Sohn eine federn, weil er sie gugelt. Oder eben googelt.

Jedenfalls will ich nur sagen: Mein Neffe ist 13 Jahre alt und ein aufgewecktes Kerlchen. Der ist heller auf der Platte als mancher Erwachsener. Jetzt höre ich, dass es auch in unserer Gegend die Idee gibt, das Stimmrechtsalter 16 einzuführen. Die Glarner haben das ja schon getan. Und ich denke, ich bin dafür. Logisch gibt es auch Lappis unter den Jugendlichen, aber ich kenne durchaus sehr viel ausgewachsene Leute, denen ich keinen Fünfliber anvertrauen würde. Deshalb denke ich: Wenn sich ein 16-Jähriger für Politik interessiert, soll er doch an die Urne dürfen.

Ob mehr Lebenserfahrung zu besseren Resultaten bei der Stimmabgabe führt, wage ich zu bezweifeln. Man wird ja nicht unbedingt klüger mit den Jahren, man hatte ja auch entsprechend mehr Zeit, Unsinn zu lernen. Und was kann schon gross passieren? Jugendliche, die sich für Politik nicht interessieren, geben auch ihre Stimme nicht ab – wie übrigens eine Mehrheit der erwachsenen Stimmbürger. Da droht also keine Gefahr.

Ich bezweifle allerdings auch, dass die Dinge sich gross zum Besseren verändern, nur weil die Pickel-Fraktion einen Stimmausweis hat. Dafür reicht es dann doch nicht. Ich selbst habe übrigens schon mit 14 Jahren abgestimmt. Mein stimmberechtigter grosser Bruder hatte kein Interesse daran und hat seinen Stimmzettel gegen einige Fussballbildli eingetauscht. Sagen Sie selber: Wer soviel Kreativität aufbringt, um seine Stimme abgeben zu können, der sollte doch eigentlich mit dem Stimmrecht belohnt werden? Nun warte ich darauf, dass die Politiker den Ball aufnehmen. Denn vom Heri Sauer seinem Geschwätz hat die Jugend ja noch nichts.

Herzlich, Ihr Heri Sauer

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 14.06.2007 - 16:46:00