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Herisauerin realisiert «Kunst am Bau»

Teufen. Vera Marke heisst die Siegerin des Kunst-Wettbewerbs für das neue Alterszentrum.

Sie überzeugte die Jury, bestehend aus Kunstsachverständigen und Mitgliedern der Projektgruppe, mit ihrem Projekt «El Dorado» am meisten. In ihrer Arbeit wird auch die Appenzeller Kultur berücksichtigt. Die Jury lobt den Vorschlag als lebendiges Projekt, das auf die hiesigen Leute eingeht und Heimatgefühle weckt.

Das Projekt vereint verschiedene Medien und zeigt sich an ausgewählten Orten im Erdgeschoss des neuen Alterszentrums. Ausgangspunkt in den Überlegungen von Vera Marke ist der Andachtsraum, zu dem über die Ähnlichkeit der Farbe, der Nachahmung und unterschiedlichen Materialisierung ein Bezug bestehen soll.

Neben dem Andachtsraum werden im Weiteren die Caféteria, der Gang und der Aussensitzplatz bespielt. Das Projekt ist so konzipiert, dass es den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeitenden Leerstellen bietet, um ihr Umfeld mitzugestalten.

Bemalte Wände
Die gesamte Fläche des Andachtsraums wird mit einem goldenen Teppich belegt. Damit wird ein Bezug zur byzantinischen Kunst hergestellt und in die dreidimensionale Realität umgesetzt. Die Wände auf der vom Eingang her gesehen linken Seite der Caféteria werden mit einem tendenziell kalten und hellen Ocker aus Zypern vollständig bemalt. Damit soll der Anschein von Gold erzielt werden.

Laut Vera Marke hat die Wahl dieser Wand mit dem architektonischen Kontext zu tun. Einerseits sei es für den Besucher die Ouvertüre und anderseits sehe sie die Arbeit als Verlängerung der Holzverkleidung im Gang.

Kühe im Mittelpunkt
Im Gang wird in die furnierte Holzverkleidung eine Kerbe eingelassen, in der Kühe aller Art in den hinteren Teil des Gebäudes schreiten. Für die rund 50 Meter Länge rechnet die Künstlerin mit zweihundert Kühen. Dabei bleiben etliche Leerstellen offen.

Ziel ist es, in Grösse, Farbe und Machart eine möglichst breite Kuhsammlung zusammen zu tragen. Der Bezug zum Appenzellerland ist in diesem Teil der Arbeit offensichtlich, nämlich die Verehrung der Kühe.

Bewohner stellen selber aus
Wenn der Bewohner oder der Besucher des Alterszentrums den Kühen folgt, erreicht er den hinteren Teil des Ganges. Hier wird mit einem Gestell, einer Ausstellungsvitrine und einer Steckwand die Möglichkeit geboten, all jene Sachen, welche die Bewohnerinnen und Bewohner selber herstellen oder besitzen, zu präsentieren.

Dabei ist es der Künstlerin ein Anliegen, dass es möglichst einfach sein muss, Dinge auszustellen. Im Aussenraum gegen Osten sieht die Künstlerin einen goldfarbenen «Skulptar», eine altarähnliche Skulptur in goldfarbenen Beton vor.

Hier können sich die Bewohnerinnen und Bewohner zum Jassen oder Schwatzen treffen. Die ebenfalls goldfarbene Grundfläche entspricht exakt den Ausmassen des Andachtsraumes. Diese beiden künstlerischen Eingriffe beziehen sich auf eine spirituelle Sphäre.

Enge Zusammenarbeit mit dem Architekten
Ein weiterer Aspekt des Projekts von Vera Marke – so die Jury – ist die Tatsache, dass es flexibel und erweiterbar ist. Wichtig in diesem Zusammenhang wird einerseits die enge Zusammenarbeit mit dem Architekten des neuen Alterszentrums, Alex Jäggi, sein, um das «Kunst am Bau»-Projekt zu optimieren und anderseits mit der Heimleitung, um es zu animieren.


Zur Person:
Vera Marke ist 35 Jahre alt. Sie studierte in Zürich von 2002 bis 2006 Bildende Kunst. In diesem Jahr war sie unter anderem in der Projektgruppe «För Hitz und Brand» tätig. Sie erhielt im letzten Jahr einen Werkbeitrag der Ausserrhodischen Kulturstiftung, in diesem Jahr einen Förderbeitrag des Kantons Thurgau. Vera Marke lebt und arbeitet in Herisau.


Ältere Artikel zu diesem Thema
«Kunst am Bau» im Alterszentrum Gremm vom 31. Oktober 2007

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 18.11.2007 - 13:10:00