Heinz Christen präsidiert UBA Ostschweiz
Ostschweiz. Die Mitgliederversammlung der Unabhängigen Beschwerdestelle für das Alter (UBA) Ostschweiz hat Heinz Christen zum neuen Präsidenten gewählt.
Mit dem 68-jährigen Heinz Christen, alt Stadtpräsident von St.Gallen, hat die UBA Ostschweiz erneut eine bekannte und äusserst kompetente Persönlichkeit für die Vereinsspitze gewonnen. Nach seinem Rücktritt als Stadtpräsident im Jahr 2004 und dem Ausstieg aus der aktiven Politik findet Heinz Christen nun Zeit, sich ehrenamtlich mit den Problemen alter Menschen zu befassen. «Ich hatte ein erfülltes Berufsleben, bin gesund und will aus Dankbarkeit etwas tun für Leute, denen es weniger gut geht», sagt der neue UBA-Präsident.
So steht er bereits dem Fürsorgeverein St.Gallen vor und sitzt in zwei gemeinnützigen Stiftungen. «Auf die Anfrage von Hans Schmid habe ich gern zugesagt, denn ich bin überzeugt, dass es eine Ombudsstelle für das Alter dringend braucht.» Dafür will Heinz Christen seine Erfahrungen und sein Beziehungsnetz zur Verfügung stellen.
Finanzierung gesichert
Die UBA Ostschweiz besteht seit vier Jahren. Als Ombudsstelle hilft sie alten Menschen bei Konfliktsituationen aller Art, indem sie in vermittelt, schlichtet und berät. Vorstand und Fachkommission sind ehrenamtlich tätig, nur die Regionalstellenleiterin wird für ein Pensum von 25 Prozent entlöhnt.
Dennoch braucht die UBA Ostschweiz pro Jahr Mittel von rund 60’000 Franken. Die Finanzierung auf eine sichere Basis zu stellen, war denn auch eine zentrale Aufgabe, die Hans Schmid, alt Nationalrat und ehemaliger Dozent an der Universität St.Gallen, in den letzten drei Jahren als Präsident zu bewältigen hatte. «Anders als etwa die UBA Zürich erhalten wir von der öffentlichen Hand kaum Geld», bedauert er. «Und Sponsoren unterstützen zurzeit lieber Events statt Institutionen.» So «weibelte» Hans Schmid von Stiftung zu Stiftung und liess seine Beziehungen spielen. «Dank namhafter Beiträge verschiedener Institutionen ist die Tätigkeit der UBA bis Ende 2012 gesichert», freut sich der scheidende Präsident.
Regionalstelle professionalisiert
Ein weiteres Anliegen von Hans Schmid war es, die Regionalstelle der UBA Ostschweiz zu professionalisieren. Mit Ruth Meisser aus Trogen, die ihr Amt im August 2008 antrat, fand die UBA Ostschweiz eine neue Regionalstellenleiterin, die frischen Wind in den Verein brachte. Sie nimmt unter anderem die Beschwerdefälle entgegen und leitet sie an die zuständigen Personen der zehnköpfigen Fachkommission weiter. Daneben kümmert sie sich um die Geschäftsführung.
Öffentlichkeit sensibilisieren
Wie für seinen Vorgänger ist auch für Heinz Christen die Öffentlichkeitsarbeit wichtig. Dazu beitragen soll unter anderem eine interaktive Theateraufführung, die am 6. Mai in Weinfelden zu sehen ist. Im Thurgau deshalb, weil die UBA Ostschweiz dort vermehrt Fuss fassen möchte. «Wie im Himmel – Szenen aus dem Leben alter Menschen» heisst das Stück, das vom Theater «Knotenpunkt» auf die Bühne gebracht wird.
Es schafft für die Besucherinnen und Besucher einen emotionalen Zugang zum Thema «Gewalt im Alter» und bezieht sie selber in die Handlung mit ein. Erfahrungen mit einer Aufführung des gleichen Stücks in St.Gallen zeigten, dass die Kontakte zur UBA Ostschweiz in der Folge sprunghaft anstiegen.
Geld von Kantonen und Gemeinden
Ferner will Heinz Christen die Akzeptanz der UBA Ostschweiz bei der öffentlichen Hand fördern. «Es kann nicht sein, dass eine Ombudsstelle für das Alter nur aus Mitgliederbeiträgen und mit Hilfe von privaten Gönnern und Sponsoren finanziert wird», sagt er.
Seiner Meinung nach sollen künftig auch Gelder von Kantonen und Gemeinden fliessen, nehme die UBA Ostschweiz doch wichtige Aufgaben für die Bevölkerung und wahr. Und vor allem: «Die Gemeinden brauchen uns nicht zu fürchten. Wir reden nicht drein, sondern setzen uns bei allen Beschwerden neutral für einvernehmliche Lösungen ein.»



























