Heimniederlage für ideenloser SC Brühl
Fussball. Der SC Brühl verlor sein Heimspiel gegen den FC Diepoldsau-Schmitter vor 450 Zuschauern.
Der SC Brühl verlor das zweite Ost-Derby innert einer Woche vor 450 enttäuschten Zuschauern zuhause im Paul-Grüninger-Stadion gegen einen kampfstarken FC Diepoldsau-Schmitter mit 0:2 (0:0)-Toren und unterlag damit erstmals in dieser Saison vor eigenem Publikum.
Ein wenig inspirierter Auftritt der Kronen und der gute Start in die Frühjahrsrunde war nicht nur vergessen, sondern nahezu dahin. Die Tabellenspitze ist nach dieser verdienten und dennoch völlig unnötigen Niederlage wieder in die Ferne gerückt – Chur 97 hat sein Heimspiel gewonnen und liegt nach Verlustpunkten wieder sechs Punkte vor den Brühlern.
Kaum in der Gefahrenzone
Die Spielweise der Gäste aus dem St.Galler Rheintal war schon im voraus bekannt: Mit enorm vielen (taktischen) Fouls im Mittelfeld unterbanden sie den Spielfluss der Kronen bereits frühzeitig, spielten unkompliziert und schnell in die Spitzen. Die Brühler agierten zu Beginn wohl optisch überlegen und waren mehrheitlich im Ballbesitz. Aber auch die Gäste hatten ihre Aktionen, so musste Daniel Keel nach einem Kopfballduell im Brühler Strafraum das Spielfeld mit einem zugeschwollenen Auge verlassen.
Der angestrebte frühe Führungstreffer gegen den aufsässigen Gegner wollte aber nicht gelingen. Der Schiedsrichter aberkannte die Brühler-Führung nach einem Foul von Ekubo am Gäste-Hüter Frei zurecht. Die Einheimischen versuchten weiterhin gepflegt über die Seitenpositionen aufzubauen, kamen allerdings mehrheitlich nicht in die gefährliche Zone vor dem Tor der Rheininsler.
Zahlreiche Foulspiele hemmen den Spielfluss
Schiedsrichter Messerli aberkannte in der 31. Minute den vermeintlich herrlichen Kopfballtreffer von Böhi zur Brühler Führung wegen einer sehr knappen Offside-Position. Nur drei Minuten später musste der sehr aktive und lauffreudige Valmir Pontes nach einer rüden Attacke in die Beine, die nicht mit einer gelben Karte bestraft wurde, verletzt ausgewechselt werden. Nach diesem Wechsel verloren die zuhause noch ungeschlagenen Kronen plötzlich völlig den Faden.
Kaum etwas lief mehr zusammen, erschreckend viele Fehlzuspiele und weitgehend ideenlose hohe Bälle waren gegen die massierte und grossgewachsene Defensive der Rheintaler ein wenig erfolgversprechendes Rezept. So ging es mit dem torlosen Remis in die Halbzeitpause.
Diepoldsau mit Plus in den Zweikämpfen
Es war eine Reaktion der Brühler gefordert. Die Gäste blieben enorm aufsässig, suchten und fanden die Zweikämpfe und gingen vielfach als Sieger aus diesen hervor. Clever liessen sie die plan- und ideenlosen Brühler Angreifer anrennen – die vielen Fouls und auch zahlreichen Offsidepositionen der Angreifer unterbanden weitgehend zusammenhängende Aktionen. Das Tempo und der Spielwitz schienen den Kronen völlig abhanden gekommen zu sein, kaum einmal konnten die Gastgeber erfolgversprechend in den Strafraum eindringen oder auch nur ihre Sturmspitzen aussichtsreich anspielen.
Es war Geduld gefragt mit zündenden Ideen, wie die clever auf ihre Chancen lauernden Rheintaler ausgehebelt werden konnten. Zu oft versuchten die Kronen, ihre Sturmspitzen mit stereotypen hohen Bällen anzuspielen. So blieben sie für die Gäste leicht ausrechenbar, es fehlten ordnende Kräfte, die so ein Spiel mit einer genialen Idee oder mit einem Lucky Punch entscheiden konnten.
Stereotypes Angriffsspiel ohne Ideen und Überraschungsmomente
Die weiter konzentriert stehenden Gäste kamen in der 62. Minute mit einem Kopfball zu einem ersten Warnschuss vor dem Brühler Tor. Nur drei Minuten später nach einem Ablenker musste Brühl-Keeper Steuble erneut eingreifen. In der 72. Minute erzielte Callaci nach einem Querpass die Führung für die Gäste, er brauchte den Ball nur noch einzuschieben. Nun war endlich wieder mehr Druck und zwingende Aktionen der Brühler gefragt, doch am heutigen Tag sollte zu wenig gelingen. Statt einander mit flachen Zuspielen auf den Mann oder in die Räume über die Seiten anzuspielen wurden immer wieder hohe Bälle in die Sturmspitzen gespielt. Diese waren entweder eine sichere Beute für Torhüter Frei oder aber die stämmige, grossgewachsene Innenverteidigung der Diepoldsauer konnte mit dem Kopf befreien.
Nach wie vor mussten die Gäste zu zahlreichen Foulspielen im Mittelfeld greifen, enorm viele Befreiungsschläge prägten deren Spiel. Die Zeit lief gnadenlos gegen die verzweifelt anrennenden Brühler, die nach wie vor kaum zu Torszenen kamen – der quirlige und technisch beschlagene Pontes fehlte im Mittelfeld an allen Ecken und Enden. Der wegen Reklamieren bereits in der ersten Halbzeit verwarnte Gäste-Torhüter Frei brachte mit seinem häufigen Zeitschinden nicht nur die Brühler Spieler zur Weissglut, sondern auch das Publikum.
Entscheidung in der 89. Minute durch Callaci
Doch es fehlten am Schluss nicht diese Minuten für Brühler Punkte, zu leichtgewichtig und zu pomadig war der Auftritt vor dem eigenen Publikum, als dass dieser für die erfolgreiche Verteidigung der Ungeschlagenheit im eigenen Stadion hätte reichen können. Als in der 89. Minute wiederum Callaci zum 0:2 traf, war das Spiel entschieden und die Punkte verteilt.
Der Sieg der kampfstarken Gäste ist keinesfalls gestohlen, gegen ein schwaches und weitgehend völlig ideenlos agierendes Brühl war er verdient. Mit dieser enttäuschenden Leistung und der ersten Heimniederlage in dieser Saison verpassen es die Brühler, weiterhin mit Chur im Gleichschritt zu marschieren und drohen, den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren.



























