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Heiden auf dem Weg zur «Energiestadt»

Heiden/AR. Auf Antrag der Kommission Umweltschutz hat der Gemeinderat Heiden beschlossen, den Schritt in Richtung Zertifizierung Label «Energiestadt» in Angriff zu nehmen.

Auf dem Weg, dieses Label zu erlangen, werden Massnahmen umgesetzt, die dazu beitragen, dass erneuerbare Energieträger vermehrt genutzt und nicht erneuerbare Ressourcen sparsamer eingesetzt werden.

Was ist «Energiestadt»?

Unter Energiestadt versteht man eine Stadt oder Gemeinde, die gezielt energiepolitische Massnahmen anhand eines festgelegten Massnahmenkatalogs beschliesst und umsetzt. Im Kanton Appenzell-Ausserrhoden sind die beiden Gemeinden Herisau und Speicher Energiestadt-zertifiziert.
Landesweit leben 2.8 Millionen Menschen in über 173 Energiestädten, was einem Anteil von 37,5% der Gesamtbevölkerung in der Schweiz ausmacht. Im grenznahen Raum (D, FL) gibt es zusätzlich fünf Energiestädte.

Alle Mitglieder des Trägervereins Energiestadt sind miteinander vernetzt und tauschen ihre Erfahrungen gegenseitig aus. Die Idee der Energiestadt entstand zu Beginn der 90er Jahre im Rahmen des Programms Energie2000, welches seit 2001 vom Bundesamt für Energie (BFE) zu EnergieSchweiz als «Plattform für eine intelligente Energiepolitik» umbenannt wurde. Schon damals wies man eindringlich darauf hin, dass die menschlichen Tätigkeiten Einfluss auf die natürlichen Prozesse unseres Planeten haben werden, besonders was den Treibhausgasausstoss (CO2, Methan usw.) anbelangt, der direkt mit dem Energieverbrauch beim Wohnen und Verkehr sowie bei der Arbeit gekoppelt ist.

Der Weg zum Label

Die Mitgliedschaft im Trägerverein ist der erste Schritt hin zum Label «Energiestadt». Zusammen mit externen, von EnergieSchweiz für Gemeinden akkreditierten Beratern wird die Gemeinde anhand des standardisierten Massnahmenkatalogs auf sechs energiepolitisch wichtigen Gebieten untersucht. Diese unterteilen sich in folgende Kategorien: Entwicklungsplanung / Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation und Kommunikation / Kooperation. Dies deckt sehr umfassend die Handlungsfelder ab, mit welchen man eine Erhöhung der Energieeffizienz und Lebensqualität, verbunden mit einer hohen Akzeptanz der Bevölkerung erreichen kann.
 
Aufgrund dieser Bestandesaufnahme werden die Stärken (z.B. Fernwärmenetze, öffentlicher Verkehr) und Schwächen (z.B. fehlende Energiebuchhaltung für öffentliche Gebäude, hoher Anteil fossil beheizter öffentlicher Bauten, hohes Potenzial an Gebäudeoptimierungen) der Gemeinde Heiden eruiert. Notwendige und sinnvolle Massnahmen zur Behebung von Defizi-ten werden daraufhin festgelegt.

In einem zweiten Schritt wird dann der Gemeinderat prüfen, ob es sinnvoll und auch möglich ist, die Umsetzung und das Zertifizierungsverfahren in die Wege zu leiten. Dieses Verfahren ist zu vergleichen mit einer ISO-Zertifizierung eines Unternehmens. Dabei können organisatorische wie auch politische Entscheide wichtige Bestandteile einer möglichen Zertifizierung sein. Die Kommission Umweltschutz wird die Ziele für die Zertifizierung planen und für deren Umsetzung aufbereiten, damit die erforderliche Punktzahl beim Zertifizierungsprozess erreicht wird. Dieser Prozess wiederholt sich jeweils nach drei bis vier Jahren in Form von Re-Audits, welche die ständigen Verbesserungen des kommunalen Energieverhaltenssicherstellen.

Warum «Energiestadt Heiden»?

Die Kommission Umweltschutz und der Gemeinderat sind der Ansicht, dass Heiden als moderne Gemeinde verpflichtet ist, das Label „Energiestadt“ zu erlangen. Mit diesem Label leistet die Gemeinde einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wohnund Lebensqualität in Heiden. Mit dem Label werden Massnahmen umgesetzt, die dazu beitragen, dass erneuer-bare Energieträger vermehrt genutzt und nicht erneuerbare Ressourcen sparsamer einge-setzt werden. Als positiven Effekt darf darauf hingewiesen werden, dass die Anstrengungen hin zu erneuerbaren Energieträgern (Solar, Holz, Erdwärme) und die Erhöhung der Energie-effizienz (Optimierung von Elektrogeräten, Fahrzeugen) insbesondere dem lokalen Gewerbe positive Impulse verleihen. Ein sorgsamer und effizienter Umgang mit unseren wertvollen Ressourcen trägt primär dazu bei, dass unsere einzigartige Landschaft und deren Ressourcen auch von unseren Nachkommen genutzt werden können.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 25.06.2009 - 08:47:17