Haus «Vorderdorf» hat Baupläne
Trogen. Die Infrastruktur des Haus «Vorderdorf» stösst an seine Grenzen. Das Alters- und Pflegeheim soll deshalb umgebaut und erweitert werden.
Die Ostschweizerische Stiftung Wohn- und Altersheim für Gehörlose in Trogen feiert 2008 ihr 50-jähriges Bestehen. Beherbergte früher die Institution ausschliesslich gehörlose Menschen, werden heute bei leeren Betten auch hörende Bewohnerinnen und Bewohner aus Trogen und Umgebung aufgenommen.
Senioren haben immer höhrere Ansprüche
Wie überall werden heute von den Senioren erhöhte Ansprüche an die Infrastruktur, an die Pflegeleistungen, an die Zimmerausstattung und nicht zuletzt an den Standort eines Alters- und Pflegeheimes gestellt. Die Heimleitung, die Heimkommission und der Stiftungsrat haben deshalb in den letzten Jahren das Heimkonzept fast grundlegend überarbeitet. Das «Haus Vorderdorf» soll den erhöhten Ansprüchen jetziger und künftiger Bewohner Rechnung tragen. Vor kurzem wurde der historische Altbau vollständig renoviert und mit einem Wintergarten versehen. Sämtliche Zimmer wurden mit Nasszellen ausgestattet und das Haus für Rollstuhlbenützer zugänglich gemacht.
Die Institution, die sich an privilegierter Lage südlich des Dorfes Trogen befindet, bietet heute eine Tagesstätte, Betreutes Wohnen, Mahlzeitendienst und eine Cafeteria, in der auch auswärtige Gäste willkommen sind. Mehr und mehr öffnet sich das Heim für Jung und Alt, in dem attraktive Anlässe nicht nur für die älteren Heimbewohner organisiert werden, sondern diese auch für die ganze Bevölkerung von Trogen und Umgebung zugänglich sind.
Infrastruktur soll verbessert werden
Der Betrieb stösst mit der bestehenden Infrastruktur zunehmend an seine Grenzen. Der Speisesaal ist zu klein und die Küche sollte vergrössert werden. Um den verschiedenen Anlässen zu genügen, sind grössere Aufenthalts- und Speiseräume gefragt. Für das Personal fehlen entsprechende Garderoben und Stationsräume.
Therapiebad und Demenzstation
Der Stiftungsrat hat an seiner ausserordentlichen Sitzung vom Februar 2007 einen Planungskredit für einen Um- und Erweiterungsbau bewilligt. Beauftragtes Architekturbüro ist Affolter & Kempter, Architekten, ETH SIA, St. Gallen/Trogen.
Der Neubau soll südwestlich des Heimes zu stehen kommen. Sechs zusätzliche geräumige Zimmer, ein neuer attraktiver Speisesaal auf das heutige Flachdach, ein zusätzlicher Lift, WC-Anlagen, Personal-Garderoben, ein neues Therapiebad und eine vergrösserte Eingangspartie sollen mit dem Um- und Neubau realisiert werden. Für die vorgesehene Abteilung für Demenzkranke plant das Heim auf einem Teil des «Stuchenplatzes» eine geschützte Gartenanlage mit Spazierwegen. Zudem soll die dortige Wiese in Zukunft für die Bewohner des Heimes, wie auch für die Öffentlichkeit besser genutzt werden – der Kontakt zur Dorfbevölkerung ist erwünscht und soll weiter gefördert werden.
Geschätze Kosten: 3,8 Millionen Franken
Der Neubau umfasst ein Raumvolumen von rund 3’300 Kubikmeter, der Umbau etwa 1’600 Kubikmeter. Die Grobkostenschätzung liegt bei 3,8 Millionen Franken. Ab sofort können die Baupläne im Haus Vorderdorf besichtigt werden, wo auch ein Modell das Projekt veranschaulicht.
Gemeinderat steht dem Projekt positiv gegenüber
Das Haus Vorderdorf hat kürzlich von der Einwohnergemeinde Trogen die Zusage erhalten, den nötigen Baugrund von 1’350 Quadratmeter für 75’000 Franken kaufen zu können. Die Stiftung hatte den Gemeinderat bereits in der Vorprojektphase angefragt, ob sie ein Stück Land der gemeindeeigenen Liegenschaft «Stuchenplatz» zwischen der heutigen Heimliegenschaft und dem Fussweg Richtung untere Bruderbachbrücke erwerben könnte. Bereits heute steht ein Teil des Heimgebäudes auf dieser Parzelle, für das der Gemeinderat im Jahre 1987 ein unentgeltliches und unbefristetes Baurecht erteilt hatte.
Der Gemeinderat hat dem Verkauf von rund 1’350 Quadratmeter Land grundsätzlich zugestimmt. An den Verkauf hat der Gemeinderat verschiedene Bedingungen geknüpft. Neben der offenen Gestaltung der neuen Parkanlage für die Bevölkerung bleiben der Spielplatz am Rand des Stuchenwaldes und auch die bereits bestehende Verbindung zum Haus Vorderdorf erhalten. Einwohner von Trogen werden nach den gehörlosen und hörbehinderten Personen auf der Warteliste in erster Priorität berücksichtigt.
Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass er nach dem Verkauf der Landfläche das restliche Land nicht mehr für andere Zwecke oder eine eigene Bebauung nutzen kann. Dem Gemeinderat ist es jedoch ein Anliegen, dem bestehenden Heimbetrieb im Haus Vorderdorf die gewünschten Umbau- und Erweiterungspläne zu ermöglichen. Das Heim geniesst im Dorf einen ausgezeichneten Ruf und bietet eine wertvolle Ergänzung zum bestehenden Angebot im Altersheim Boden oder im «Hof» Speicher.



























