
Haus-Analyse soll Erhalt von Altbauten sichern
Herisau/AR. Mit einer Haus-Analyse soll die Erhaltung der zahlreichen Altbauten im Kanton Appenzell Ausserrhoden gesichert werden.
In den Ausserrhoder Dörfern gibt es zahlreiche Altbauten, deren Sanierung im öffentlichen Interesse ist und den Ortsbildern förderlich wäre. Mit der Haus-Analyse, die Teil des Projektes «Bauen und Wohnen» des Regierungsprogramms 2007 – 2011 ist, soll Hausbesitzern gezeigt werden, wie ihre Liegenschaft saniert werden kann und damit attraktiver Wohnraum geschaffen wird.
«Bauen und Wohnen» ist eines der strategischen Projekte des Regierungsprogramms 2007 – 2011. In diesem Rahmen wird nun das Teilprojekt Haus-Analyse lanciert, das in Zusammenarbeit mit der Stiftung Dorfbild Herisau, der Gemeinde Trogen, der Denkmalpflege Appenzell Ausserrhoden und dem «Netzwerk Altstadt», Burgdorf, entwickelt worden ist. Die Haus-Analyse fördert die Erneuerung der Altbausubstanz in den Dörfern und setzt einen Schwerpunkt auf die Belebung der Ortszentren.
Die Ausserrhoder Gemeinden wurden dieser Tage in einem Schreiben von Landammann Jakob Brunnschweiler über Details informiert. Bis Ende Juni müssen sich die Gemeinden entscheiden, ob sie das Projekt mittragen und sich auch finanziell daran beteiligen; für die Gemeinden wird mit einem Kostenanteil von rund 2000 Franken pro Analyse gerechnet. Die Haus-Analyse ist an der Immomesse in St.Gallen präsentiert worden und auf grosses Interesse gestossen. Bereits liegen erste Gesuche für eine Haus-Analyse vor.
Die Haus-Analyse
Die Haus-Analyse zeigt Eigentümerinnen und Eigentümern, welche Chancen ihre Liegenschaft auf dem Markt hat und soll sie dazu motivieren, die notwendigen baulichen Massnahmen zur Erhaltung von attraktivem Wohnraum zu ergreifen. Die Analyse gibt Aufschluss darüber, welche Renovationen zwingend sind, welche energetischen und technischen Verbesserungen sinnvoll sind, welche Nutzungsänderungen sich allenfalls anbieten, was die baulichen Eingriffe kosten und welche Rendite sie bringen.
Integrierter Bestandteil der Haus-Analyse ist auch eine Energie-Diagnose, künftig auch Gebäude-Energie-Ausweis der Kantone (GEAK) genannt. Diese Diagnose wird in Zusammenarbeit mit dem Verein «Energie AR» durchgeführt. Die Ergebnisse der Haus-Analyse werden in einem ausführlichen Bericht zusammengefasst, der den Liegenschaftseigentümern übergeben und erläutert wird.
Die Haus-Analyse erfolgt nach einem standardisierten Raster und wird von speziell ausgewählten einheimischen Fachpersonen vorgenommen. Die Gesamtkosten betragen je nach Grösse des Objektes zwischen 4500 und 6500 Franken und werden von den Hauseigentümern, der Standortgemeinde und dem Kanton (Projekt Bauen und Wohnen) zu je einem Drittel getragen.
Gelungene Pilotprojekte
Nachdem das Projekt im Rahmen des Regierungsprogramms «Bauen und Wohnen» im April vergangenen Jahres den Gemeindepräsidenten erstmals vorgestellt worden ist, wurden in Herisau und Trogen sechs Pilotprojekte einer Haus-Analyse unterzogen. Die Ergebnisse haben überzeugt und darum soll sie in allen Gemeinden angeboten werden. Es wurde festgelegt, dass die Haus-Analyse nur von Eigentümern älterer, dorfbildprägender Liegenschaften innerhalb der Bauzone beansprucht werden kann.
Die administrative Abwicklung des Projekts läuft über das Departement Bau und Umwelt. Mit den Liegenschaftseigentümern und den Standortgemeinden werden schriftliche Vereinbarungen getroffen, in denen Durchführung, Urheberrechte und Kostenteiler festgehalten sind. Kontrolle und Aufsicht über die Qualität der Haus-Analyse sowie die Zertifizierung der damit beauftragten Architekten und Planer ist Sache der Steuerungsgruppe «Bauen und Wohnen» unter der Leitung von Projektleiter Dölf Biasotto.
Sobald die Gemeinden dem Projekt Haus-Analyse schriftlich ihre ideelle und finanzielle Unterstützung zugesichert haben, wird das Projekt dem Gesamtregierungsrat zum Entscheid vorgelegt. Eine erste Informationsveranstaltung für ausgesuchte Fachpersonen, welche berechtigt sind, Haus-Analysen zu machen, ist nach den Sommerferien geplant.