Hauptversammlung der Rheumaliga
Herisau. Die HV der Rheumaliga beider Appenzell vom 15. Mai stand im Zeichen ihres 40-jährigen Bestehens und der Gesamterneuerungswahlen.
In seiner Begrüssung ging Präsident Vinzenz Müller auf die Veränderungen ein, der auch die Rheumaliga unterworfen ist. Medizinische Fortschritte ermöglichten heute Behandlungen, die es vor 40 Jahren noch nicht gab. Man könnte sich also die Frage stellen, ob es die Rheumaliga überhaupt noch braucht. Die Antwort lautet aber zweifelsfrei JA. Mit ihren Leistungen trägt die Rheumaliga Wesentliches dazu bei, den Betroffenen zu helfen.
Gesunde Finanzen
Die statutarischen Traktanden gingen zügig über die Bühne. Dass das Jahr 2007 mit einem Negativergebnis von rund 16’000 Franken abschloss, liegt hauptsächlich in den gestiegenen Mieten für die Hallenbäder und im Rückgang der verkauften Lektionen begründet. Trotz des Jahresverlustes verfügt die Rheumaliga aber über eine gesunde Finanzlage.
Wahlen
Nach vier Jahren trat Dr. David Maclachlan aus dem Vorstand zurück. Die verbliebenen Vorstandsmitglieder stellten sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung und wurden mit Applaus wiedergewählt. Es sind dies Dr. Vinzenz Müller (Präsident), Dr. Hans-Ulrich Rentsch, Urs Kuster und Rosmarie Eugster-Rempfler. Als 5. Vorstandsmitglied wählten die Anwesenden einstimmig Dr. Patrick Spirig, Spitalfacharzt an der Rheinburgklinik Walzenhausen. Zum erweiterten Vorstand (ohne Stimmrecht) gehören ausserdem die Vertreterinnen der Kursleiterinnen, Regula Grüninger und Maria Rusch, sowie der Geschäftsleiter Helmut Rottach.
Otto Erne legte sein Revisorenamt nach mehrjähriger Tätigkeit nieder. Peter Kläger (bisher) wurde einstimmig bestätigt. Die Nachfolge von Otto Erne tritt Peter Ledergeber, Appenzell, an.
Rheuma – gestern und heute
Unter diesem Thema unternahm Prof. Dr. André Aeschlimann, Chefarzt RehaClinik, Zurzach, einen medizinischen Ausflug in die Vergangenheit und arbeitete sich Schritt für Schritt in die Gegenwart.
Ausgehend vom Impressionisten Pierre-Auguste Renoir (1841-1919), bei dem im Alter von 60 Jahren eine Rheumatoide Arthritis diagnostiziert wurde, ging er auf drei Themen tiefer ein, nämlich Rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie und Arthrose. Etwas mehr als 10 Prozent der Bevölkerung leiden an chronischen Schmerzen. Dabei stehen die Gelenkschmerzen an erster und die Rückenschmerzen an zweiter Stelle.
Rheumatoide Arthritis
Rheumatoide Arthritis ist eine Entzündung der Gelenke und führt zu Deformierungen. Sie wird seit den 50er-Jahren mit Cortison bekämpft, das heute noch stärkste Mittel dagegen. Die erheblichen Nebenwirkungen veranlassten aber die Wissenschaft, nach anderen Lösungen zu forschen. Ein gewisser Durchbruch kam vor 40 Jahren. Sogenannte «nicht-steroidale Antirheumatika»( Typ Voltaren ), die kein Cortison enthalten, boten neue Möglichkeiten.
Seit wenigen Jahren ist ein weiterer Fortschritt mit den sogenannten «biologics» gelungen, mit denen die Krankheit aufgehalten werden kann. Heute weiss man, was hinter der Krankheit steckt, kennt aber noch nicht alle Geheimnisse der Ursachen.
Fibromyalgie
Das Fibromyalgie-Syndrom ist ein chronisches Weichteil-Rheuma. Weil die Symptome oftmals auf andere Krankheiten hinweisen, ist eine rasche Diagnose schwierig. Die von Fibromyalgie ausgelösten «funktionellen Beschwerden» können sein: Angststörung, Reizdarm, Kopfschmerzen, und so weiter…
[t]Arthrose[/t6 Arthrose ist eine Abnützung. Es gibt noch kein Medikament dagegen. Die medizinischen Fortschritte erlauben aber heute oft einen künstlichen Ersatz kranker Gelenke oder ein «Flicken» beschädigter Stellen.
Zum Abschluss der Hauptversammlung waren die Anwesenden noch zu einem Apéro eingeladen, der Gelegenheit für ausgiebige Gespräche untereinander und mit dem Referenten bot.



























