HarmoS – was wirklich dahinter steckt

Leserbrief. thurgau24.ch-Leserin und Primarlehrerin Franziska Peterli erklärt in ihrem Leserbrief was wirklich hiner HarmoS steckt.

Das HarmoS – Konkordat will in erster Linie eines: Für die ganze Schweiz sollen die Ziele der Volksschule beschrieben werden. Mit Bildungsstandards soll verbindlich festgelegt werden, was die Lernenden am Ende der Schulzeit wissen und können sollen. Zur Umsetzung der Bildungsstandards werden innerhalb einer Sprachregion gemeinsame Lehrpläne und Instrumente der Leistungsmessung erarbeitet.

Als Grenzgängerin zwischen den Kantonen St.Gallen und Thurgau ist mir die Thematik bestens bekannt. Ich habe in beiden Kantonen schon als Primarlehrerin und Schulleiterin gearbeitet. Die bestehenden kantonalen Lehrpläne sind sehr unterschiedlich und zum Teil schwer interpretierbar. Natürlich können sich sowohl Lehrpersonen als auch Eltern und Lernende auf neue Situationen einstellen. Die Frage bleibt, ob es Sinn macht, in der relativ engen Bildungslandschaft Schweiz die Energie in kleinräumige Anpassungen zu stecken und in jedem Kanton teure Entwicklungsarbeit im Bereich Schule zu leisten. Dabei soll jedem Kanton ein angemessener föderalistischer Spielraum erhalten bleiben. Wenn wir die Gelegenheit zur Mitgestaltung verpassen, wird der Bund «von oben» Vorschriften erlassen. Damit würden wir unsere demokratischen Grundrechte leichtfertig aufgeben.

Die Grundaussagen zum HarmoS – Konkordat werden in der laufenden Diskussion immer mehr verwässert. Eine ideologisch verbrämte Diskussion ist hier fehl am Platz. Es überrascht mich, dass sich nicht viel mehr Eltern positiv zur Vorlage äussern. Hört man doch immer wieder, wie willkürlich und lehrerabhängig die Leistungsbemessung der Lernenden ist.

Am 30. November bietet sich die Gelegenheit, unserer lieben alten Schule zu einer echten und dringend notwendigen Verjüngung und einer moderaten Vereinheitlichung zu verhelfen! Stimmen Sie «ja!»

Thurgau / 10.11.2008 - 08:25:00
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