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«HarmoS heisst Volksschule ohne Volk»

Heute trat ein überparteiliches Politikerkomitee mit Kantonsräten aus SVP und EDU vor die Medien. Für Sie sehen HarmoS als Verstaatlichung der Erziehung.

Überparteiliches Politikerkomitee «Nein zu HarmoS» im Wortlaut:

HarmoS heisst Volksschule ohne Volk und Verstaatlichung der Erziehung.

Der Grosse Rat folgte im letzten Jahr dem HarmoS-Konkordat einstimmig und ohne Kritik. Wohl selten hat sich das Thurgauer Kantonsparlament bei einem wichtigen Geschäft so auf dem linken Fuss erwischen lassen. Nun bereuen viele, dass sie damals nicht kritischer waren und das Konkordat abgelehnt haben. Heute tritt ein Komitee unter dem Präsidium des Fraktionssekretärs der SVP Schweiz an die Medien, um das schädliche HarmoS-Konkordat zu bekämpfen.

SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen (Arbon) kritisiert die Argumentation der Befürworter, wonach das ganze HarmoS-Konkordat schon im Volksschulgesetz stehe. Bei einer Annahme von HarmoS würde im Bedarfsfall keine Möglichkeit mehr bestehen, das Volksschulgesetz zu korrigieren, da HarmoS über dem kantonalen Volksschulgesetz steht. Stattdessen würde das HarmoS-Konkordat von einer Bildungsbürokratie weiter entwickelt, ohne Mitsprache der Kantonsparlamente. Er kritisierte vor allem die Entwicklung hin zur Staatserziehung und Staatsbetreuung der Kinder. Der Lehrer werde mehr und mehr zum «Babysitter».

Die alleinerziehende Mutter und EDU-Bezirkspräsidentin Marlise Bornhauser (Weinfelden) kritisiert das Argument der Befürworter, wonach jetzt schon Kinder mit 4 Jahren eingeschult werden. Das könne ja für Eltern gut sein, die froh sind, ihre Kinder so bald als möglich dem Staat zu übergeben, damit sie wieder ihren eigenen Interessen nachgehen können. Aber für alle anderen Eltern, welche ihre Kinder in einem behüteten Umfeld aufwachsen lassen wollen, ist es geradezu eine Ohrfeige für ihr Engagement.

SVP-Kantonsrat Hermann Lei (Frauenfeld) kritisiert, dass mit HarmoS die Abstimmungsfreiheit verletzt wird, da neben Sinnvollem viel Unsinniges in einem Einheitsbrei der Thurgauer Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt wird. Sie kann nur ja oder nein zu einem Paket sagen. Der Bildungsrahmenartikel, der 2006 in der Volksabstimmung angenommen wurde, verlangt zudem nur eine Harmonisierung des Schulwesens im Bereich des Schuleintrittsalters, der Schulpflicht, der Dauer und der Ziele der Bildungsstufen, sowie der Anerkennung von Abschlüssen. Mit keinem Wort sind ausserschulische Betreuungsangebote, die Abschaffung des Kindergartens oder gar der Sprachunterricht für Ausländerkinder erwähnt. Das HarmoS-Konkordat würde hier Veränderungen einführen, die im Bildungsartikel nicht vorgesehen sind und die wir nicht wollen.

SVP-Kantonsrat Urs Martin (Oberaach), welcher das Komitee präsidiert, kritisiert die einseitige Unterstützung, welche die Regierung im HarmoS-Abstimmungskampf gewährt. Neben der Tatsache, dass sämtliche Fraktionen HarmoS befürworten und damit Anrecht auf 30’000 Franken vom Staat haben, während einfache Hausfrauen und Mütter ohne Unterstützung gegen HarmoS kämpfen müssen, ist besonders stossend, dass in kantonalen Broschüren nur die Pro-Seite mit ihren Argumenten zu Wort kommen. Ausserdem kann der Verdacht der unerlaubten Verwendung von Adressmaterial für HarmoS-Werbung bis heute nicht entkräftet werden.

Aus all diesen Gründen sagt das überparteiliche Politikerkomitee am 30. November 2008 entschieden Nein zum HarmoS-Konkordat.

ThurgauThurgau / 24.10.2008 - 12:52:00