
Halbzeit bei den Sanierungsarbeiten
Arbon. Seit Herbst 2008 ist die Bodensanierung der mit Schwermetallen belasteten Altstadtgärten im Gang. Dabei werden die belasteten Böden bis zum sauberen Untergrund ausgehoben.
Der Leitparameter für diese Belastung, die vermutlich durch schwermetallhaltige Sande stammt, ist das Blei. Daneben kommen auch zum Teil erhöhte Zink-, Kupfer- und Cadmiumgehalte vor. Das belastete Erdreich wird entsprechend der Belastung auf der Deponie Tüfentobel (SG) entsorgt. Anschliessend erfolgt die Wiederauffüllung mit sauberem Material und im Frühjahr 2009 die Wiederinstandstellung und Bepflanzung. Die auf diese Weise sanierten Gärten können dann aus dem Kataster der belasteten Standorte entlassen werden.
Die Projektleitung der gesamten Sanierung liegt bei den Büros GEOTEST AG, St. Gallen, und Wälli AG, Arbon. Die vorbereitenden Arbeiten werden durch Grolimund Gartenbau, Erlen, durchgeführt, Die eigentlichen Sanierungs- und Rekultivierungsarbeiten sind Sache der Fa. HASTAG AG St. Gallen. Die Instandstellungs- und Wiederbepflanzungsarbeiten sind noch nicht vergeben.
Bis jetzt ist die Hälfte der Arbeiten erfolgreich abgeschlossen. Zehn Parzellen sind saniert und auch aufgefüllt, drei Parzellen wurden bis zum sauberen Untergrund ausgehoben. Der Nachweis des sauberen Untergrunds erfolgt auf Grund einer Sohlenprobe, die dann im Labor untersucht wird. Der Untergrund gilt als sauber, wenn die Parameter Blei, Zink, Kupfer und Cadmium die Grenzwerte für unverschmutzten Aushub gemäss der Aushubrichtlinie einhalten. Das wieder eingebrachte neue Material stammt von verschiedenen Baustellen aus St. Gallen, Steinach und Frasnacht. Chemische Analysen weisen es als sauberes Material aus, das die entsprechenden Grenzwerte einhält.
Bisher wurden etwa 1’700 Tonnen Inertstoffmaterial und etwa 700 Tonnen des stark belasteten, sogenannten Reaktormaterials (Blei > 500 mg/kg), insgesamt zirka 2’400 Tonnen belastetes Material entsorgt. Dank der intensiven baubegleitenden Analytik mit einem mobilen Röntgenfluoureszenzgerät konnten die beiden unterschiedlichen Materialkategorien genauer voneinander separiert und dadurch Einsparungen bei den Entsorgungskosten erzielt werden. Neben den eigentlichen Erdbauarbeiten sind für den Aushub und die Wiederinstandstellung eine Vielzahl weiterer Arbeiten erforderlich. So müssen Gebäudeteile und Mauern unterfangen, Werkleitungen gesichert oder ersetzt sowie Fundamente und Beläge verschiedenster Art nach deren Abbruch wieder erstellt werden.
Eine besondere Herausforderung sind die engen Platzverhältnisse in der verwinkelten Altstadt. Der Sanierungsunternehmer löst dieses Problem mit dem Einsatz eines Maschinenparks, der Bagger in allen Grössen beinhaltet. Einige Flächen bargen neben dem verschmutzten Boden Überraschungen wie archäologisch interessante Hölzer und Keramiken, einen alten Rosskopf und ein Hundeskelett.
Anliegen und Wünsche der Eigentümer für die Wiederinstandstellung der Gärten werden im Rahmen des Projekts – wenn immer möglich – berücksichtigt. Aufgrund der bisher angefallenen Kosten für die geleisteten Arbeiten (zirka 60 Prozent des geplanten Aufwands) kann prognostiziert werden, dass der Kreditrahmen von zirka 1.1 Millionen Franken vermutlich nicht ganz ausgeschöpft wird.
Projekt-Eckdaten:
• Betroffene Parzellen: 19 Stück
• Belastete Fläche: zirka 2200 Meter Quadratmeter (gemäss Planung)
• Materialentsorgung: zirka 4’500 Tonnen (gemäss Planung)
• Gesamtkosten: zirka 1.1 Millionen Franken
• Ausführung Tiefbau: November 2008 bis Februar 2009
• Ausführung Gartenbau: Frühling 2009