Gute Chancen für erneuerbare Energien im Bodenseeraum
Warth/TG. Wie werden erneurbare Energien heute im Bodenseeraum genutzt und wo bestehen weitere Potenziale? Mit diesen Fragen hat sich am Donnerstag der Klimaschutzkongress der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) in Warth auseinandergesetzt.
Ein entschiedener Ausstieg aus fossilen Energieträgern sei zwingend notwendig, sagte Claudius Graf Schelling, Thurgauer Regierungsrat und aktueller Vorsitzender der IBK, vor rund 100 Teilnehmenden. Zum ersten Mal hat eine Studie die Erzeugung und das Potenzial erneuerbarer Energien in 13 Regionen
rund um den Bodensee erhoben.
Potenzial erkennen und nutzen
Auffallend dabei sind die beträchtlichen Unterschiede, was die Nutzung erneuerbarer Energieträger pro Einwohner angeht, sagte Christoph Breuer, Autor der Studie. An der Spitze steht dabei Vorarlberg, wo vor allem Wasserkraft genutzt wird.
Das grösste Potenzial sieht der Statusbericht bei fester Biomasse, thermischer Solarenergie sowie Erd- und Umgebungswärme. Diese könnten einen relativ grossen Beitrag leisten. Potenzial besteht auch bei Biogas, Fotovoltaik, Tiefengeothermie und Wind, die noch relativ wenig genutzt werden. Die Nutzung von Wasserkraft ist dagegen weitgehend ausgeschöpft.
Allerdings wurden für den Statusbericht keine neuen Daten erhoben. Die meisten stammen aus dem Jahr 2007. Ausserdem fehlen zu einigen Regionen Daten zur Abschätzung des Potenzials. Vergleiche sind daher schwierig.
Vorbild sein
Trotzdem können aus dem Statusbericht konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Diese lauten: drastische Effizienzsteigerung und verstärkter Ausbau der vorhandenen Potenziale. Das Wichtigste sei gute Wärmedämmung verbunden mit kontrollierter Lüftung und Wärmerückgewinnung, sagte Hansruedi Kunz von der Baudirektion Zürich.
Ausserdem müssten Nutzungskonflikte zwischen erneuerbaren Energien und dem Umwelt- und Landschaftsschutz gelöst werden. Den Vertretern aus Politik und Verwaltung riet Kunz, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu überprüfen und so zu gestalten, dass die Nutzung erneuerbarer Energien nicht behindert wird.
Finanziell unterstützt werden sollten technisch ausgereifte Anlagen, die möglichst wirtschaftlich arbeiten. Zukunftstechnologien wie tiefe Geothermie oder Fotovoltaik sollten in Pilotprojekten gefördert werden. Für eine realistische Einschätzung brauche es ausserdem aussagekräftige Potenzialstudien.
Schliesslich müsse die öffentliche Hand Vorbild sein. «Setzen Sie ein Zeichen,» forderte Hansruedi Kunz, beispielsweise durch strenge Energiestandards bei öffentlichen Bauten, durch umweltbewusste Mobilität oder durch Auszeichung von vorbildlichen Projekten.



























