Gut gemeinte Leihgabe
Zug/ZG. Weil er sein Portemonnaie vergessen habe, benötige er Geld für die Heimreise im Taxi. Mit dieser Finte hat ein Mann seit Herbst 2011 über ein Dutzend Passanten um ihr Bares gebracht. Die Zuger Polizei rät ab, auf Geld-Bitten von Fremden einzugehen.
Die Masche des 34-Jährigen ist stets dieselbe. Rund um den Bahnhof Zug spricht er Passan-ten an und gibt sich als Bankangestellter aus. Eloquent erklärt er, er habe sein Portemonnaie im Büro vergessen und weil sein Personalausweis in der Brieftasche stecke, habe er keinen Zutritt zu den Räumlichkeiten. Auch zu seinem in der Tiefgarage abgestellten Auto gelange er aus denselben Gründen nicht. Um nach Hause zu kommen bittet er seine Opfer, ihm die Taxi- bzw. Zugskosten vorzuschiessen. Als Sicherheit nennt der gut gekleidete Schwindler einen Namen und gibt seine Handynummer bekannt. Die Zuger Polizei hat bisher über ein Dutzend Fälle registriert, bei denen Passanten dem Mann tatsächlich Geld gegeben haben. Die geliehe-nen Summen beliefen sich auf bis zu 200 Franken. Beträge, die die Gläubiger kaum je wieder zurückbekommen.
Bereits Ende 2011 hat die Zuger Polizei den Mann ausfindig gemacht. Der 34-Jährige zeigte sich geständig und gab an, das Geld für seinen Lebensunterhalt zu benötigen. Die Staatsan-waltschaft des Kantons Zug bestrafte den Schweizer im Januar 2012 in einem Strafbefehlsver-fahren mit einer Busse. Dies hat ihn bisher jedoch nicht abgehalten, weiterhin Passanten anzu-sprechen. Der letzte der Zuger Polizei bekannte Fall geht auf Samstag (21. April 2012) zurück.
Ausnützen der Gutmütigkeit
Die Zuger Polizei rät, nicht auf Geld-Bitten von Fremden einzugehen. Neben dem erwähnten Beispiel entsprechen auch Geschichten über erkrankte Angehörige oder eine drohende Privat-insolvenz selten den Tatsachen. Vielmehr geht es den in einer vermeintlichen Notlage ste-ckenden Personen oft darum, die Gutmütigkeit anderer Leute auszunutzen.



























