Gülle, die weniger stinkt?
Der Bund übernimmt insgesamt 8,6 Mio. Franken der Kosten, die Thurgauer Landwirten dadurch entstehen, dass sie Gülle mit dem Schleppschlauch statt mit dem Druckfass auf ihren Feldern verteilen.
Die Bundeszahlungen werden auf sechs Jahre verteilt. Wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Mittwoch mitteilte, ist das Thurgauer Projekt das erste, das im Rahmen der Vorschriften des Landwirtschaftsgesetzes zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen gefördert wird. Der Bund zahlt bei dem Thurgauer Projekt bis zu 80 Prozent der Kosten. Den Rest übernimmt der Kanton.
Weniger Ammoniak in der Luft
Ziel des Projektes ist es, die Ammoniakbelastung der Luft beim Gülle-Ausbringen um 20 Prozent zu verringern. Nicht-Landwirte registrieren den Einsatz von Schleppschläuchen sofort: Es stinkt viel weniger, wenn der Hofdünger auf den Feldern verteilt wird.
Gleichzeitig wird durch die neue Methode dafür gesorgt, dass mehr Dünger mit Ammoniak wieder in den Boden kommt und diesen düngt. Das Thurgauer Projekt wurde im Kanton bereits 2006 gestartet. Er unsterstützt die Anschaffung der Schleppschlauchanlagen.
Thurgau war bereit
Als das BLW Pilotprojekte lancierte, um Richtlinien zu erarbeiten für die Unterstützung von Vorhaben zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, seien die Thurgauer die ersten gewesen, die ein Projekt vorlegten, sagt Christina Blank von der Sektion ökologische Direktzahlungen.
Nachdem nun die entsprechenden Gesetzesvorschriften in Kraft gesetzt wurden, entsprachen die Thurgauer Projektunterlagen bereits den Anforderungen des Bundes. 2009 werden wohl weitere Projekte Bundesuntestützung erhalten.
Andere Projekte ab 2009
Laut Blank gibt es noch mehrere Pilotprojekte, die künftig wohl regulär gefördert werden. Dazu gehört eines im Kanton Bern zur nachhaltigen Bodennutzung, eines im Oberaargau zur Förderung der Artenvielfalt (Biodiversität), eines im Entlebuch zur Resourcennutzung, Artenvielfalt und Energienutzung sowie eines im Seeland (FR/BE).
Bei diesem geht es darum aus Ernteresten in Biogasanlagen Energie zu erzeugen. Dieses Projekt wird so lange auf Bundesunterstützung warten müssen, bis klar ist, wie die neue Regelung zur Einspeise-Vergütung für Energie in Stromnetze aussieht.
Der Bund fördert jeweils sechs Jahre lang die Verbesserung der Nutzung von natürlichen Ressourcen in der Landwirtschaft mit finanziellen Beiträgen. Dabei geht es vor allem um die bessere Nutzung von Stickstoff, Phosphor und Energie sowie um die Optimierung des Pflanzenschutzes.



























