Grosser Rat lehnt SVP-Antrag knapp ab und bürgert klar ein
Frauenfeld/TG. Die SVP-Fraktion ist im Thurgauer Grossen Rat mit 48 zu 45 beim Versuch gescheitert, die Einbürgerung einer serbischen Familie gesondert zu thematisieren und zu verhindern.
Die SVP hatte das Gesuch einer serbischen, in Kreuzlingen lebenden Familie aus der Sammel-Abstimmung ausgliedern und gesondert diskutieren wollen. Der Familienvater war im Jahr 2000 wegen eines Verstosses gegen die Arbeitslosenversicherung zu einer Busse verurteilt worden.
Mehrheit gegen SVP
Sein Arbeitgeber erklärte gegenüber der Gemeinde, der Verstoss sei Folge eines Missverständnisses gewesen. Der Rat lehnte dann den SVP-Antrag auf gesonderte Diskussion über diesen Einbürgerungsantrag knapp ab und bürgerte danach alle 225 Ausländer mit 81 zu 9 Stimmen bei einigen Enthaltungen ein.
Die Enthaltungen stammten – wie die Gegenstimmen – vor allem aus der SVP-Fraktion. Hardliner aus der Fraktion haben im vergangenen Dreivierteljahr bereits zweimal Einbürgerungen verzögert. Beide Male wurden die Antragstellenden später doch noch eingebürgert.
225 neue Schweizerinnen und Schweizer
Einstimmig eingebürgert wurde am Mittwoch ein Schweizer Ehepaar, und ein weiteres erhielt ebenso einstimmig das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Ermatingen. Insgesamt waren 130 Einbürgerungsanträge gestellt worden, davon 128 von Ausländerinnen und Ausländern. Der Thurgau hat damit am Mittwoch 227 neue
Bürger bekommen, von denen 225 auch neu Schweizer wurden.
Von den 128 Gesuchstellenden ausländischer Herkunft stammen 31 aus Serbien und Montenegro, 25 aus Mazedonien, 20 aus Italien, je 15 aus Deutschland oder der Türkei.
Je 4 stammen aus Bosnien-Herzegowina oder Kroatien, je 2 aus Weissrussland, Spanien oder Sri Lanka. Die übrigen Neubürger kommen aus Ländern von Bangladesh bis Somalia.



























