Grosse Verwirrung um Merz
Er werde 2009 zurücktreten, sagte Bundesrat Merz - angeblich. Nun stellt sich heraus: Das Ganze war eine «Ente» der Zeitung «Sonntag».
appenzell24.ch meldete am Sonntag, Bundesrat Hans-Rudolf Merz werde nur noch zwei Jahre im Amt bleiben und dann als Privatier durch die Welt reisen. Dabei beriefen wir uns auf eine Meldung des Sonntagsblattes «Der Sonntag». Die Nachricht wurde von weiteren Medien aufgenommen. Das sorgte dafür, dass der geplante Rücktritt heute in aller Munde war.
Dieter Leutwyler, Pressesprecher im Eidgenössischen Finanzdepartement, staunte nicht schlecht, als er die Meldung las. Denn: Sie ist barer Unsinn. Leutwyler hatte gegenüber der Redaktion des «Sonntag» die Gerüchte – und nur um solche handelte es sich – dementiert. Doch in einer Vorabmeldung an andere Medien blendete die Zeitung diese Tatsache einfach aus und stellte den Rücktritt als Faktum dar. In der Zeitung selbst wurde dann zwar festgehalten, dass Bundesrat Merz diese Rücktrittsabsicht «in aller Form» dementiere – aber zu diesem Zeitpunkt war die Falschmeldung bereits weit verbreitet.
Die ganze Sache erhält zusätzliche Brisanz, weil die Gesamtwahl des Bundesrates am kommenden Mittwoch ansteht. Ein angekündigter Rücktritt schwächt die Position eines Wiederkandidierenden natürlich tendenziell. Beobachter vermuten hinter der Falschmeldung daher einen Teil einer Kampagne. Was mit Sicherheit gesagt werden kann: Hans-Rudolf Merz kandidiert am Mittwoch wieder, will weiterhin als Bundesrat tätig sein – und das ohne «Verfalldatum».



























