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«Gibst du mir deine Telefonnummer?»

AR. In den unergründlichen Tiefen des Internets bergen sich viele Gefahren... Die Kantonspolizei hat mit ihrer Kampagne «click it!» erfolgreich Zeichen gesetzt.

«Wie alt bist du?», «Wo wohnst du?», «Kann ich deine Telefonnummer haben?», «Möchtest du dich mit mir treffen?»: Alles ganz harmlose Fragen. Harmlos? Nicht für Kinder und Jugendliche, nicht in einem Chatroom. Chatten gehört zum Alltag von Heranwachsenden – und es birgt einige Gefahren in sich. Nicht selten halten sich in Chatrooms Personen auf, die nicht nur die Absicht zu «Pläuderlen» haben, sondern sich auch gerne mit Minderjährigen treffen. Kinder sind oft nichtsahnend – und genau hier beginnt Kinderpornographie und sexueller Missbrauch.

Gefährliche Kontakte
Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden hat im vergangenen Jahr die Pädokriminalitätskampagne «click it!» durchgeführt. Stefan Kühne, der Chef der Kriminalpolizei, sowie zwei Polizeimitarbeiter besuchten sämtliche Schulklassen von der sechsten bis neunten Klasse im ganzen Kanton. Sie sprachen die Probleme rund ums Internet mit Schwerpunkt auf dem Chatten an und sensibilisierten die zwölf- bis 15-jährige Schülerschaft auf die diesbezüglichen Gefahren. Insgesamt wurden an 24 Tagen 67 Referate in rund 15 Schulgemeinden gehalten. Diese wurden von rund 3000 Schülerinnen und Schülern besucht. Zusätzlich fand in den Gemeinden eine Eltern- und Öffentlichkeitsveranstaltung statt, dies stiess auf grosses Interesse: Rund 1100 Erwachsene informierten sich über die Gefahren des Internets.

«Bescheidenes Interesse»
An den Veranstaltungen zeigte sich, dass der durchschnittliche Anteil an Chattern in der sechsten und siebten Klasse bei zirka 53 Prozent liegt. In der zweiten und dritten Oberstufe chatten sogar vier von fünf Schülern (82,3 Prozent). Nicht so bei den Eltern: Lediglich 4,4 Prozent gaben an, zu chatten.

«Da diese Zahl durchaus repräsentativ sein dürfte, müssen das Chat-Interesse sowie das entsprechende Verständnis seitens der Eltern doch als recht bescheiden betrachtet werden. Genau hier zeigt sich das Problem, das wir leider immer wieder feststellen», erklärt Stefan Kühne, Chef der Kriminalpolizei Appenzell Ausserrhoden.

«Entwickeln sich Kontakte von Jugendlichen übers Internet, welche sich durchaus problematisch gestalten können – sexuelle Übergriffe, Belästigungen oder Mobbing – stehen dem die Eltern oft hilf- und ratlos gegenüber». Laut Kühne ist es aus der Sicht der Kantonspolizei wünschenswert, wenn sich die Erwachsenen vermehrt mit den Internet-Gewohnheiten ihrer Kinder auseinander setzen würden. «So könnte manches Delikt durch die Eltern verhindert werden.»

Erfolgreicher Abschluss
Die Kriminalpolizei hat laut Kühne die Ziele der Kampagne vollends erreicht. «Die zahlreichen positiven Rückmeldungen seitens Schulleitungen, Lehrerschaft, Eltern und Schülerschaft bestätigen, dass sich der Aufwand mehr als gelohnt hat», erläutert Kühne. Dasselbe gelte auch mit Blick auf die Anzahl «Outings» seitens der Schülerschaft sowie auf die Anzahl der konkreten Hinweise von Lehrpersonen und Eltern. «Der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden ist es gelungen, die Kampagne nachhaltig zu vermitteln», hält Kühne abschliessend fest. Und: «Wir haben damit in- und ausserhalb des Kantons Zeichen gesetzt.»


Ältere Artikel zu diesem Thema:
«Prävention mit dem Holzhammer» vom 23. August 2007
«Gefahren im Internet» vom 1. Mai 2007
«Kapo lanciert ‹click it!’» vom 30. Januar 2007

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 20.03.2008 - 10:01:00