Gewehr, Helikopter, Schwert
Herisau. Mit einem Maschinengewehr ins neue Jahr? Hat die Bibliothek neuerdings Kriegsspielzeug in ihrem Angebot?
Nein. Aber sie stellt Objekte von Paul Schlotterbeck aus – zum Beispiel eine Pistole aus Karton und Silberfolie, einen Helikopter aus Karton, Holz und Baumwolle, eine Offiziersmütze aus Karton und Papier. Es sind dies Werke von Paul Schlotterbeck, der von 1920 bis zu seinem Tod 1998 in Herisau gelebt hat.
Schlotterbeck war gehörlos und körperlich und geistig behindert. Viele Jahre lebte er in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik in Herisau. In den Sechzigerjahren begann er, Flugzeuge, Schiffe, Panzer, Waffen aus Karton und Wegwerfmaterialien zu bauen, um sich zu schützen und zu verteidigen. Oben links auf unserem Bild sitzt Schlotterbeck mit einer Spielzeugpistole auf seinem Bett im Altersheim Ebnet in Herisau, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Die Künstlerin Aleksandra Signer widmete ihm 1995 ein Video: «Schlotterbeck, Zimmer 100, Herisau. Weihnachten 1995».
Dass die Bibliothek Herisau Objekte von Schlotterbeck ausstellen darf, verdankt sie dem Entgegenkommen von Simone und Peter Schaufelberger vom Museum im Lagerhaus, St. Gallen sowie dem Sammlerehepaar Mina und Josef John, Wittenbach.
Art brut und Psychiatrie: Paul Schlotterbeck, Herisau
Vernissage: Montag, 7. Januar 2008, 18.30 Uhr. Einführung von Simone Schaufelberger-Breguet, Museum im Lagerhaus, St. Gallen, kleiner Apéro.
Die Ausstellung dauert bis 29.3.2008. Sie gehört in den Rahmen des Jubiläums 100 Jahre Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden PZA. Mehr Infos: www.pza100jahre.ar.ch.



























