Gesucht: Person mit Führungskompetenz
Herisau. Der neue Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft sollte über hohe Sozial- und Führungskompetenzen verfügen.
Laut Inserat soll der neue Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft eine Person sein, «die mit hoher Sozial- und Führungskompetenz überzeugt» und die «das Kommunizieren in einem politischen Umfeld bereits erfolgreich erprobt hat.»
Dazu schrieb die Chefredaktorin der «Appenzeller Zeitung», Monika Egli, in einem Kommentar: «Was die Frage provoziert: Werden da an den künftigen Amtsinhaber Anforderungen gestellt, welche die Vorgesetzte in keiner Weise erfüllt?»
Ärger über Koller
In der Tat sorgte die «Vorgesetzte», Volkswirtschaftsdirektorin Marianne Koller (FDP), bereits bei der Departements-Verteilung für massiven Ärger: Sie war 2005 anstelle des in den Ständerat gewählten Hans Altherr in die Regierung gewählt und 2007 im Amt bestätigt worden.
Vor der Wahl hatte sie versichert, sie werde sich ans Anciennitäts-Prinzip halten: Danach können amtsältere Magistraten ihr Wunschdepartement wählen. Aber Koller und die FDP-Mehrheit in der Regierung hielten sich nicht an die Zusicherungen.
Sie wurde Volkswirtschafts- und Landwirtschaftsdirektorin, obwohl die SVP lieber den erfahrenen Bauern Hans Diem (SVP) in diesem Ressort gesehen hätte. Die SVP warf der FDP Machstreben und Koller Wortbruch vor: Die Ex-Hebamme und «Gesundheits-Spezialistin» hätte auch das Gesundheitsdepartement übernehmen können.
Klinik-Direktorin für ein Jahr
Aber Koller war im Wahlkampf von der FDP als «Persönlichkeit mit Führungserfahrung» angepriesen worden. Sie war damals gerade «Direktorin» der Berit-Paracelsus Klinik in Teufen geworden, einer Privatklinik unter anderem für Chirurgie, Orthopädie und Schönheitsoperationen.
Allerdings war sie dort nicht lang Direktorin – nur ein kurzes Jahr. Vor der Wahl im Februar 2005, am 1. Juli 2004, wurde sie im Handelsregister neu als unterschriftsberechtigte Direktorin eingetragen. Am 30. Juni 2005 schied sie schon wieder aus.



























