Gemeinderat gibt Druck nach

Waldstatt. Die Stelle für Schulsozial- und Jugendarbeit wird nicht geschaffen. Damit umgeht der Gemeinderat eine Abstimmung. Das Problem aber bleibt.

Der Gemeinderat hat an seiner letzten Sitzung den Beschluss vom 3. April 2007 – die Schaffung einer 80%-Stelle für Schulsozial- und Jugendarbeit – formell aufgehoben. Somit wird die Volksabstimmung auf Grund des zustandegekommenen Referendums hinfällig. Das teilt der Gemeinderat mit.

Im April 2007 ist ein Referendum mit rund 40 Unterschriften gegen den Entscheid des Gemeinderates – eine Stelle für Schulsozial- und Jugendarbeit mit einem Pensum von 80% zu schaffen – zustande gekommen.

Allen Bedürfnissen gerecht werden
Der Gemeinderat hat sich anschliessend intensiv mit der Situation auseinander gesetzt. Die Einführung einer Schulsozialarbeit und die Neustrukturierung des Ressorts „Soziales“ stand im Zentrum dieses Prozesses. Das Ergebnis dieser Arbeit hat gezeigt, dass in der Gemeinde ein klarer Bedarf für eine Schulsozial- und Jugendarbeit besteht, diese aber nicht mehr mit einem Stellenumfang von 80% eingeführt werden soll.

Die Erfahrungen zeigen, dass die Schule zunehmend mit der Situation konfrontiert ist, dass sich die Lehrpersonen und die Schulleitung mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern und mit deren überforderten Eltern beschäftigen müssen. Der Schulbetrieb wird dadurch massiv gestört und es leidet der Lernfortschritt der ganzen Klasse. Weder die Lehrpersonen noch der Schulleiter haben aber die rechtliche Kompetenz oder das Fachwissen, soziale und erzieherische Probleme, die ihren Ursprung in der Familie haben, anzugehen. Auf der anderen Seite ist einem Teil der Bevölkerung die Notwendigkeit für eine Schulsozialarbeit oder für eine Jugendarbeit nicht klar.

Stimmbevölkerung wird auf jeden Fall abstimmen können
Der Gemeinderat ist nach intensiven Diskussionen und den notwendigen Abklärung der rechtlichen Situation zum Schluss gekommen, den Beschluss vom April 2007 zur Schaffung einer 80%-Stelle – formell aufzuheben. Die Möglichkeiten für die Einführung einer Schulsozialarbeit mit einem reduzierten Pensum wird zur gegebenen Zeit geprüft. Die allfällige Schaffung einer neuen Stelle wird dem obligatorischen Referendum unterstellt, das heisst, die Stimmberechtigten werden auf jeden Fall über eine Einführung abstimmen können. Der Zeitpunkt einer Abstimmung ist im Moment noch völlig offen.

Appenzell Ausserrhoden / 09.01.2009 - 07:40:00
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