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Gemeinde kauft Bodan Areal

Romanshorn. Die Gemeinde hat das Bodan-Areal für 1,4 Millionen aufgekauft. Der Bodan-Komplex soll einem markanten Neubau weichen.

Der Gemeinderat Romanshorn hat einen wichtigen Schritt für die Entwicklung des Bodan-Areals vollzogen. Das Stockwerkeigentumsverhältnis zwischen der Bodan Hotel AG und der Politischen Gemeinde konnte gelöst werden. Damit ist die Gemeinde Romanshorn nicht nur Grundbesitzerin des gesamten Bodan-Areals (3’937 m2) sondern neu auch alleinige Eigentümerin der gesamten Bodan-Liegenschaft (Saal, Restaurant, Hotel).

Geschichte Hotel Bodan
Die Bodan-Liegenschaft hat eine wichtige Seite Romanshorner Geschichte geprägt. 1933 bildete sich eine Saalbaugenossenschaft, der es gelang, im Herbst 1938 den Saalneubau in Betrieb zu nehmen. Während vielen Jahren war die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde äusserst bescheiden. Im September 1982 bewilligten die Romanshorner Stimmberechtigten zu Gunsten der Saalbaugenossenschaft erstmals eine grössere Unterstützung. Im Mai 1992 genehmigten dann die Romanshorner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Übernahme des Bodansaales und des Bodan-Grundstückes. Sie bewilligten dafür einen Kredit von rund 3,3 Millionen Franken. Hotel und Restaurant übernahm eine Romanshorner Käufergruppe (Bodan Romanshorn AG) im Stockwerkeigentum bzw. im Baurecht. Für die Gemeinde wurden der Saal und das gesamte Grundstück gesichert. Diese Aufteilung zwischen der Gemeinde und der Bodan Romanshorn AG hatte bis heute Bestand.

Ziel der Gemeinde
Mit dem Kauf hat die Gemeinde die Basis für die Entwicklung des Bodan-Areals geschaffen. Die Gemeinde plant, durch einen Investor an attraktivster Lage eine Gesamtüberbauung (inklusive einer zentralen Parkierung für die Öffentlichkeit beziehungsweise die Anwohner und Zentrumskunden) zu realisieren. Zu diesem Zweck soll nach Vorliegen eines entsprechenden Projektes der gesamte Bodan-Komplex abgerissen werden und ein markanter Neubau entstehen. Die unmittelbare Nähe zu Bahnhof und See gehört sicherlich zu den Top-Lagen in Romanshorn. Mit der Realisierung dieses Projektes wird das Zentrum eine wesentliche und von der Bevölkerung gewünschte Stärkung und Aufwertung erfahren. Die Politische Gemeinde wird aber selber nicht als Investor für gewerbliche Bauten oder Wohnbauten auftreten.

Kosten
In konstruktiven Verhandlungen konnte sich die Gemeinde den Stockwerkeigentümeranteil für 1,6 Millionen Franken sichern. Nach Auflösung der Stockwerkeigentümergemeinschaft und Rückzahlung des entsprechenden Anteils am Erneuerungsfonds ergibt sich ein Nettoaufwand von gut 1,4 Millionen Franken. Dank der Tatsache, dass sich das Bodan-Areal (inklusive Parkplatz) nun im alleinigen Eigentum der Gemeinde befindet, erfährt das Grundstück eine markante Wertsteigerung. Der Kaufbetrag wird dem Landkreditkonto belastet. Mit dem dafür geltenden Reglement ist die Gemeinde ermächtigt, unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Zu diesem Zweck kann der Gemeinderat in eigener Kompetenz bebaute oder unbebaute Grundstücke erwerben und später an Interessenten veräussern.

Hoteltrakt wird geschlossen
Aus feuerpolizeilichen Gründen wird der Hoteltrakt per sofort geschlossen. Ein Augenschein zusammen mit dem kantonalen Amt für Feuerschutz hat ergeben, dass die Lokalität im aktuellen Zustand den feuerpolizeilichen Anforderungen in keiner Weise genügen kann. Ein Weiterbetrieb des Hotelbereiches wäre nur mit massiven Investitionen möglich. Das Restaurant und der Saal sollen der Bevölkerung bis zur Realisierung des neuen Gemeindesaals weiter zur Verfügung stehen. Allerdings mussten auch hier feuerpolizeiliche Sofortmassnahmen umgesetzt werden. Zudem dürfen sich im Saal zukünftig höchstens 500 Personen gleichzeitig aufhalten. Ansonsten wären weitere teils massive bauliche Anpassungen notwendig.

Mit den aktuellen Betreibern, den Herren Martin und Rikard Pergega, wurden Verhandlungen über einen neuen Vertrag aufgenommen. Bei den Saalreservationen und beim Betrieb ergeben sich vorerst keine Veränderungen.

Arealentwicklung
Der Gemeinderat ist überzeugt, dass mit der Klärung der Besitzverhältnisse eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgsversprechende Arealentwicklung geschaffen worden ist. Dank dem Kauf durch die Gemeinde kann das Baugrundstück arrondiert werden und es entsteht ein Bauplatz an einmaliger Lage, welcher im alleinigen Besitz der Gemeinde ist. Diese Vorinvestition wird sich in der Zukunft für die Entwicklung von Romanshorn positiv auszahlen. Eine Studie des renommierten Büros Wüest und Partner AG bestätigt das grosse Potenzial des Areals.

Wenn man von einem Planungs- und Realisierungshorizont auf dem Bodan-Areal von fünf bis sechs Jahren ausgeht, korrespondiert dieses Projekt in optimaler Weise mit dem Saalbauprojekt auf dem Güterschuppenareal. Falls die Romanshorner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Vorlage zum neuen Saalprojekt Ende 2009 zustimmen, können die Entwicklungsplanungen auf dem Bodan-Areal in Angriff genommen werden. Der Saalneubau auf dem Güterschuppenareal soll gemäss aktueller Planung bis ins Jahr 2012 realisiert werden.

ThurgauThurgau / 11.02.2009 - 09:18:00