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Gefürchtete Hundekrankheit grassiert bei Wildtieren

Ostschweiz. Die Staupe, eine der gefährlichsten ansteckenden Viruskrankheiten des Hundes,kehrt zurück: In der Ostschweiz wurde bei Füchsen und Dachsen das Staupevirus nachgewiesen. Regelmässige Impfungen schützen die Hunde.

Jahrelang war die gefürchtete Krankheit, die fast immer zum Tod führt, nur durch die Impfung bekannt. Jetzt sind in den Kantonen St. Gallen, in beiden Appenzell, Graubünden und im Fürstentum Liechtenstein erkrankte oder tote Füchse und Dachse aufgefunden worden.

Keine Resultate
In Innerrhoden wurde ein Fuchs gefunden, bei dem Verdacht auf Staupeinfektion bestand. Das Virus wurde in einem Gewebeschnitt nachgewiesen, aber nicht isoliert.

In Ausserrhoden schoss der Wildhüter einen Dachs, der keine Scheu zeigte und eine Triefnase hatte. Die Staupe geht oft mit Lungenentzündung einher. Zwei Dachse wurden tot aufgefunden. Noch sei ungewiss, ob es sich dabei um das Hundestaupe-Virus handle, sagt der stellvertretende Appenzeller Kantonstierarzt
Fritz Wunderli.

Das Virus müsse erst im veterinärpathologischen Institut der Universität Zürich näher bestimmt werden. Dort hiess es, Resultate lägen erst im August vor.

Gute Impfdisziplin

Die Staupe tritt ausser bei Hunden, Füchsen und Dachsen auch bei Mardern, Iltis, Wieseln, Frettchen und Nerzen auf. Seit Jahren erkrankten keine Hunde mehr an Staupe. Jetzt aber berichten Ausserrhoder Tierärzte von zwei Hunden aus Bühler, die möglicherweise an Staupe gestorben seien. Jedenfalls deuteten die Symptome darauf hin.

Das Virus sei aber nicht diagnostiziert worden. Die Impfdisziplin der Hundehalter sei gut, stellen die Tierärzte fest. Die meisten Hunde seien geschützt. Dennoch: Hunde können trotz Impfung an Staupe erkranken. Ob
überhaupt und wie eine Übertragung von Wildtieren auf Hunde stattfand, ist unbekannt.

Gefährlich seien in der Regel direkte Begegnungen mit erkrankten Tieren, sagt Wunderli. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Krankheit auch durch Aufnahme von Fuchskot oder Urin übertragen werden könnte.

Ostimporte und Rettungsaktionen
Tierärzte vermuten, Staupe trete wegen Hunde-Importen aus Osteuropa wieder verstärkt auf. Auch die Rettung verlassener und misshandelter Tiere durch Nordeuropäer in südlichen Ferienländern trage zur Verbreitung von Staupe bei, schreibt die deutsche HundeZeitung (www.hundezeitung.de). Staupe beginnt meistens wie eine starke Erkältung: Die Nase läuft, die Augen sind gerötet, der Hund ist matt und frisst nicht. Dazu kommen hohes Fieber bis zu 41 Grad. Nasen- und Augenausfluss sind in höchstem Mass ansteckend. Menschen und Katzen erkranken nicht an Staupe.

Eine weitere Staupeform ist die Darmstaupe, die mit starkem Erbrechen und wässrigem Durchfall einhergeht. Bei der Lungenstaupe husten die Tiere. Besonders gefürchtet ist die Nervenstaupe: Die Hunde leiden an Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Gefährdet sind vor allem Jungtiere bis zu sechs Monaten, aber auch ältere Tiere, vor allem solche, die von Parasiten befallen sind. Die Krankheit ist besonders tückisch, weil die Tiere immer wieder auf dem Weg der Besserung zu sein scheinen und dann erneut erkranken. Oft bleiben lebenslange Schäden zurück.

St.GallenSt.Gallen / 17.07.2009 - 09:13:38