Gedankenaustausch zwischen St.Gallen und Vorarlberg
St.Gallen. Die Regierungen von Vorarlberg und St.Gallen trafen sich am Dienstagabend zu ihrem alljährlichen Gedankenaustausch.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Umwelt und Verkehr, Entwicklungsplanung im Rheintal sowie die Zusammenarbeit im Kulturbereich. Angeführt wurden die beiden Regierungsdelegationen von Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann.
Landeshauptmann Herbert Sausgruber wurde begleitet von Landesstatthalter Markus Wallner, Landesrätin Greti Schmid, den Landesräten Erich Schwärzler, Dieter Egger und Landesamtsdirektor Johannes Müller. Die St.Galler Regierung war vertreten durch Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann und die Regierungsmitglieder Kathrin Hilber, Josef Keller, Willi Haag, Martin Gehrer und Stefan Kölliker sowie Staatssekretär Canisius Braun.
Mobilität im Rheintal
Im Bereich Verkehr kam das Vorarlberger Projekt «Mobilität im Rheintal» zur Sprache, das an die Stelle des vor gut zwei Jahren annullierten Projektes einer Bodensee-Schnellstrasse S18 getreten ist. Die Bevölkerung beidseits des Rheins drängt auf eine Verminderung des Verkehrsdruckes.
Das nun gewählte Verfahren, die Verkehrsführung breit zu betrachten, Strassen-, Bahn- , Bussysteme und auch Strassenalternativen einzubeziehen, ist anspruchsvoll und die Befragung verschiedenster Beteiligter in Vorarlberg und auch im Kanton St.Gallen zeitintensiv. Landeshauptmann Herbert Sausgruber stellte in Aussicht, dass im Laufe des nächsten Jahres die weiteren Schritte konkreter werden.
Gute Fortschritte macht die Entwicklung des Agglomerationsprogramms Rheintal-Vorarlberg, wie der st.gallische Bauvorsteher, Regierungsrat Willi Haag, berichtete. Im Jahr 2008 fanden Gespräche über gemeinsame Strategien zur Siedlungs- und Verkehrsentwicklung statt. Zurzeit werden auf der Fachebene Massnahmen zur Umsetzung entwickelt.
Auf st.gallischer Seite besteht das Ziel, eine Mitfinanzierung durch den Bund zu erreichen. Dazu muss die Entwicklung des Agglomerationsprogramms Rheintal-Vorarlberg so vorangetrieben werden, dass es 2011 dem Bundesamt für Raumentwicklung zur Prüfung übergeben werden kann. Landeshauptmann Herbert Sausgruber unterstrich die Wichtigkeit, Planungen im Rheintal grenzübergreifend anzugehen. Ein grosses Interesse zu koordinieren und zu kooperieren sei beidseitig vorhanden.
Verkehrslärm eindämmen
Messungen beidseits des Rheins haben ergeben, dass der Verkehrslärm der beiden Autobahnen in Hohenems, Höchst, Gaissau, Lustenau und Diepoldsau zu Grenzwertüberschreitungen führt. Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit von möglichen Lärmschutzmassnahmen sind nun ein Thema. Nach Auskunft des Bundesamts für Strassen (Astra) steht für den Unterhaltsabschnitt Rheineck – St.Margrethen eine Generalsanierung an.
In diesem Zusammenhang werden alle in diesem Bereich anstehenden Probleme, somit auch die Frage des Lärmschutzes für Rheineck/St. Margrethen und Gaissau/Höchst mit behandelt. Die entsprechenden Planungen werden voraussichtlich im Sommer 2009 begonnen, sodass im Laufe des Jahres 2010 weitere Erkenntnisse hinsichtlich möglicher Lärmschutzmassnahmen vorliegen.
Gemeinsames Kulturprojekt
Regierungsrätin Kathrin Hilber, im Kanton St.Gallen für den Kulturbereich zuständig, informierte über eine Ausstellung mit Begleitpublikation, die im Herbst dieses Jahres im Vorarlberger Walgau gezeigt wird. Das Vorarlberger Oberland gehört dank 40 Urkunden aus dem frühen Mittelalter, die sich im Stiftsarchiv St.Gallen befinden, zu einer ausserordentlich reich dokumentierten Landschaft. Zieht man die Grabungsbefunde früherer Kirchenbauten und die seltenen archäologische Funde hinzu, eröffnet sich ein vielfältiges Bild des damaligen Lebens und Handelns. Dieses Quellenmaterial wird nun zugänglich gemacht.
Peter Erhart, heute stellvertretender und ab kommendem Monat fest installierter St.Galler Stiftsarchivar, arbeitet an einer Publikation «Das Drusental. Der Walgau und das Vorderland im frühen Mittelalter», die in der Reihe «Elementa Walgau» herausgegeben wird. Darauf basierend erarbeitet Thomas Gamon, Herausgeber der «Elementa Walgau» und Gemeindearchivar von Nenzing, eine Wanderausstellung über diese historisch bedeutsame, bisher sehr wenig bekannte Epoche.
Erstmals sollen auch Originalurkunden aus dem Stiftsarchiv St.Gallen gezeigt werden. Die Ausstellung macht im Herbst dieses Jahres in Rankweil, Göfis, Nenzing und Nüziders Station. Die St.Galler Kulturchefin Kathrin Hilber dankte für die freundschaftliche und fruchtbare grenzübergreifende Zusammenarbeit.



























