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Gedanken zum Win-Win Markt

Herisau. Das Konzept des Win-Win Marktes hat sich bestens bewährt. Ein Gespräch mit dem Leiter des Win-Win Marktes Paul Siegrist.

Paul Siegrist, zuerst die Frage die brennend interessiert: Gibt es den Markt auch in Zukunft noch und was passiert mit den Abteilungen, die im alten Cilander-Fabrikgebäude eingemietet sind und nun weichen müssen?
Paul Siegrist: Also der Win-Win Markt bleibt und erhält neu eine zusätzliche Verkaufsfläche im Hölzli. Dorthin wird auch die Möbelabteilung aus dem alten Fabrikgebäude ausgelagert. Die Win-Vita, also die Lebensmittel-Abteilung für Armutsbetroffene kommt neu an die Melonenstrasse ins leerstehende Tanner 212-Gebäude. Aber es ist nicht zu leugnen, wenn sich alles weiter so entwickelt, insbesondere die Raumstruktur im Gebiet Hölzli, welches immer mehr ins Zentrum der Bautätigkeit gerät, und der damit zunehmenden problematischen Verkehrsführung, wird die Standortfrage auf das Jahr 2012 ein Thema werden.

Wie nimmt der Kunde den Win-Win Markt wahr?
Wir werden als schneller und hilfsbereiter Serviceanbieter wahrgenommen. Die Leute sind immer wieder erstaunt, wie freundlich und fachkompetent beraten, verkauft und auch Lösungen angeboten werden. Dabei ist uns die entspannte und familiäre Atmosphäre sehr wichtig. In Herisau und Umgebung sind wir in der Bevölkerung und bei den Behörden gut etabliert, anerkannt, und geniessen ein gutes Mass an Wertschätzung, was uns natürlich sehr freut.

Was hat sich gegenüber früher verändert?
Unter dem Aspekt, dass wir sechs Tage offen haben, hat sich die Menge der Anlieferungen an Recycling- und wirklichem Entsorgungsmaterial ganz gewaltig gesteigert. Heute werden pro Tag zirka acht Tonnen Material angeliefert und dies obwohl wir immer noch vornehmlich auf Haushaltungen ausgerichtet sind. Die Übernahme dieses Werkhofangebotes von der Gemeinde hat sich dafür sehr gelohnt, denn die Ausstrahlung unserer Institution in die Region ist beachtlich.

Kann dem Grundgedanken von damals auch heute noch nachgelebt werden?
Die Notwendigkeit nach alternativen Arbeitsplätzen besteht nach wie vor und auch die ökologische Seite fällt zunehmend stärker ins Gewicht. Das will heissen, dass wir versuchen, für jene Leute Arbeitsplätze zu schaffen, welche Mühe haben, in der freien Wirtschaft einen Arbeitsplatz zu finden. Sie können so den Einstieg oder den Weg zurück ins Berufsleben ebnen. Auch über die Unterstützung durch die Invaliden-Versicherung können wir verschiedenen Leuten eine Chance zur Weiter- und Ausbildung geben. So haben wir Lernende zum Assistenten im Detailhandel und Logistikpraktiker ausgebildet.

… und ökologisch?
Voll gebrauchfähige Gegenstände und Gerätschaften werden bei uns im Laden wieder verkauft und somit die Lebensdauer verlängert und nicht unnötig der Verwertung zugeführt. Was nicht weggeht, wird mit unserm neuen Brockimobil an Flohmärkten verkauft oder unsern Brockenstuben zugeführt.

Wie sehen die Zukunftsperspektiven aus ?
Zurzeit arbeiten über fünfzig Personen im 20 Prozent bis 100 Prozent-Pensum innerhalb der Stiftung. Unter dem Aspekt, dass das Soziale und Ökologische höher gewichtet wird als das Wirtschaftliche, erreichen wir doch eine hohe Eigenwirtschaftlichkeit von bis zu 85 Prozent und diese wollen wir uns erhalten oder sogar noch verstärken. Dazu haben und schaffen wir vielfältige Arbeitsplätze mit viel Eigenverantwortung. Die Leute kommen zu uns um zu arbeiten, um anerkannt zu werden und eine Aufgabe zu haben. Es ist für unsere Mitarbeiter daher von enormer Wichtigkeit, innerhalb einer geregelten Arbeitszeit eine gute Struktur vorzufinden, zumal für viele dieser Arbeitplatz nur als Übergangslösung zu betrachten ist.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 06.12.2007 - 15:43:00