Geberit 2008 mit leicht höherem Gewinn
Rapperswil-Jona/SG. Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit hat 2008 in mehreren Ländern den Rekordgewinn des Vorjahres noch leicht steigern können.
2008 habe Geberit ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielt, sagte Konzernchef Albert Baehny heute auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Der Umsatz fiel zwar um 1,3 Prozent auf 2,455 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn kletterte dagegen um 1,7 Prozent auf 563,4 Millionen Franken.
Unter dem Strich konnte Geberit den Reingewinn um 0,6 Prozent auf 466,3 Millionen Franken steigern. Eigentlich wäre das Gewinnwachstum deutlich grösser gewesen. Denn im Vorjahr hatten Verkäufe eines Geschäftsfeldes und Immobilien das Ergebnis kräftig nach oben gedrückt. Auf vergleichbarer Basis wäre der Gewinn um 12,5 Prozent gestiegen, sagte Finanzchef Roland Iff.
Damit hat Geberit deutlich mehr verdient als erwartet. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem Reingewinn von 446,4 Millionen gerechnet.
Preiserhöhungen
Verantwortlich für den neuen Rekord seien ein besserer Produktemix, der Druck auf die Kosten und tiefere Rohmaterialpreise. Zudem habe Geberit von Preiserhöhungen profitiert, sagte Iff.
Sogar in Nordamerika, wo die Immobilienkrise begonnen hatte, gelang Geberit ein leichtes Wachstum, wenn man Verkäufe und die Dollar-Schwäche ausklammert. Am stärksten gewachsen ist Europas grösster Sanitärtechnikkonzern in Afrika sowie im Mittleren und Fernen Osten.
In der Schweiz stieg der Umsatz um 2,9 Prozent auf 293,3 Millionen Franken. Eingebrochen ist der Umsatz im unter der Immobilienkrise leidenden Spanien und Portugal sowie in Grossbritannien und Irland, wo eine Tochtergesellschaft verkauft wurde.
Rezession erwartet
Der Zukunft ist indessen weniger rosig. «Beinahe alle Bau-Märkte und -Sektoren werden 2009 einen signifikanten Einbruch spüren», sagte der Geberit-Chef.
Von den staatlichen Konjunkturprogrammen werde Geberit nicht vor dem letzten Quartal 2010 profitieren, sagte Baehny. Der Abwärtstrend in der Bauindustrie sei klar, es ergebe aber keinen Sinn, eine Prognose für Geberit zum laufenden Jahr abzugeben.
Dennoch werde Geberit als Gewinner aus der Krise hervorgehen, sagte Baehny. Denn die Krisenländer USA, Spanien und Grossbritannien machten nur einen kleineren Teil des Konzernumsatzes aus. Im mit Abstand grössten Markt Deutschland werde keine Katastrophe in der Baubranche erwartet, sondern eher eine Stagnation.
Die Schweiz werde als eine der sehr wenigen Ausnahmen sogar leicht wachsen. Geberit gehe weder von einer schnellen Erholung noch von einer mehrjährigen Rezession aus. Man rechne mit einer Rezession von ein bis zwei Jahren, sagte Baehny.
Keine Restrukturierung
Geberit stehe im Vergleich zu einigen Konkurrenten solide da: Der Konzern sei schuldenfrei und die Kostenstruktur effizient. Zudem habe man keine Probleme mit Goodwill-Abschreibungen.
Geberit habe attraktive Wachstumsaussichten angesichts einer Reihe neuer Produkte. Grosse Hoffnungen setzt der Konzern auf die Verkaufsoffensive für die Dusch-WCs in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Das Potential sei riesig, sagte Baehny.
Angesichts der guten Zahlen von Geberit und der Schwäche der Konkurrenten plane man keine Restrukturierung. «Trotzdem haben wir in Schublade einen Plan B für den Fall einer schärferen Marktkorrektur bereit», sagte Baehny.



























