Für Kulturgüterschutz sensibilisiert
Am Dienstagabend hat in Rapperswil-Jona eine Alarmübung der Feuerwehr und des Zivilschutzes stattgefunden.
Die Aktion war Teil eines zweitägigen Rapports der Chefs Kulturgüterschutz der Kantone St.Gallen und beider Appenzell.
Am Dienstag und am Mittwoch war Rapperswil-Jona ein Zentrum des Kulturgüterschutzes (KGS). Zum einen wurden rund 30 Fachleute aus dem Zivilschutz der drei beteiligten Kantone mit neusten Informationen versorgt.
Zum anderen galt es, die Einsatzkräfte der Feuerwehr für die Bedürfnisse des Kulturgüterschutzes zu sensibilisieren. Dies war ein Hauptanliegen des Abendeinsatzes.
Aufschlussreiche Übung
Um 19.30 Uhr wurde die Übung mit einem Brandalarm im Stadtmuseum ausgelöst. Zuvor waren die Chefs KGS auf eine solche Situation vorbereitet worden. Wie wird eine Evakuation von schützenswerten Objekten organisiert? Welche Dokumente und Pläne müssen vorhanden sein? Wo sind die Gegenstände zu lagern?
Im Stadtzentrum dann folgte die praktische Demonstration: 22 Feuerwehrleute und 5 Spezialisten des Kulturgüterschutzes zeigten die Zusammenarbeit im Einsatz. Nebst der Evakuierung von noch intakten Ausstellungsstücken ging es um den Umgang mit Objekten, die bereits von Feuer und Löschwasser beschädigt waren.
Die Übung fand unter der Leitung von Roland Meier statt, Sicherheitschef der Stadt Rapperswil-Jona. Bereitwillige Unterstützung bot das Stadtmuseum.
Der KGS-Rapport wurde von den kantonalen Zivilschutz-Instruktoren Erwin Lehner und Christoph Demmel bestritten.
Attraktives Rahmenprogramm
Nebst den fachdienstlichen Aspekten präsentierte sich die Stadt Rapperswil-Jona in bestem kulturhistorischem Licht. Einer der Höhepunkt am Dienstagnachmittag war eine exklusive Schlossführung.
Am Mittwoch, noch unter dem Eindruck der Übung vom Vorabend, beschäftigten sich die versammelten Kulturgüterschützer mit diversen Aufgaben aus ihrem Verantwortungsbereich. Ein Experte für konservatorische Nofallmassnahmen im Bereich Papier, Guido Voser, instruierte die Kursteilnehmer, wie in einem Brand- oder Überschwemmungsfall mit schützenswerten Objekten umgegangen werden muss, damit die Schäden möglichst gering bleiben.
In Ergänzung dazu zeigte die Feuerwehr mit eindrücklichen Beispielen die Auswirkungen von verschiedenen Löschmitteln auf brennendes Kulturgut.
Ebenso interessant waren die Erläuterungen eines Spezialisten für Glasmalerei, Dr. Stefan Trümpler. Allein der Umgang mit solchen Fenstern (gleich ob historisch oder zeitgenössisch) ist eine Wissenschaft für sich, die gewisse Kenntnisse erfordert.
Impulse weitertragen
Ziel des zweitägigen Rapports und der Übung: Die Teilnehmer sollen die erhaltenen Impulse, das Gesehene und Gehörte in ihren eigenen Gemeinden, in ihrem eigenen Wirkungskreis umsetzen.
Übungsleiter Roland Meier zieht eine positive Bilanz: „Der Feuerwehr hat es Spass gemacht. Die Übung hat einmal mehr gezeigt, dass wir in der Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz auf dem richtigen Weg sind.“ Erwin Lehner, Chef KGS im Zivilschutz-Ausbildungsverbund SG/AR/AI, ist ebenfalls zufrieden mit dem Ergebnis des aufwändig organisierten Rapports. „Jetzt muss die konkrete Umsetzung in den Gemeinden erfolgen.“



























