Fünf Prozent der Bevölkerung depressiv
Das Team Selbsthilfe Thurgau gründet eine neue Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Depressionen.
30 Prozent der Bevölkerung machen in ihrem Leben eine depressive Phase durch und fünf Prozent sind in diesem Moment depressiv. Laut Claudia Longoni Wettstein, Stellenleiterin Team Selbsthilfe Thurgau, können Menschen mit Depressionen vielen gesellschaftlichen Ansprüchen nicht mehr genügen, deshalb geraten sie schnell an den Rand der Gesellschaft. «Es ist schwierig über Depressionen pauschale Aussagen zu machen. Diese Krankheit kann sich bei jedem anders äussern. Ein wichtiges Merkmal ist, dass depressive Personen Mühe haben Gefühle zu spüren. Entgegen der allgemeinen Meinung hat eine Depression nicht immer etwas mit Trauer zu tun. Typisch ist wohl eher, dass Depressive gar keine Trauer mehr spüren, dass sie sich nicht mehr freuen können und lustlos sind», so Longoni Wettstein.
1300 Thurgauer sind in einer Selbsthilfegruppe
Trotzdem, dass zirka fünf Prozent der Bevölkerung an einer Depression leidet, schämen sich viele Angehörige und vermeiden mit Freunden und Bekannten über ihre Fragen und Sorgen zu sprechen. Eine Selbsthilfegruppe kann einen geschützten Ort anbieten, wo diese Gespräche selbstverständlich sind, da alle Mitglieder Menschen mit Depressionen betreuen. In Weinfelden wird eine neue Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Depressionen gegründet. Das erste Treffen findet am 27. Februar in Weinfelden statt und wird von einer Fachperson begleitet. Informationen und Anmeldung: Team Selbsthilfe Thurgau Telefon 071 620 10 00, info@selbsthilfe-tg.ch
Longoni Wettstein berichtet, dass im Kanton Thurgau 1300 Personen Mitglied in einer Selbsthilfegruppe sind. Es gibt 100 verschiedene Gruppen und rund 70 verschiedene Themen. Das Team Selbsthilfe Thurgau ist die Kontaktstelle für Personen, die einer Gruppe beitreten möchten oder gar eine Gruppe gründen wollen. Im Falle der neuen Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Depression habe sich eine betroffene Frau gemeldet und zusammen mit dem Team die Gruppe gegründet, meint Longori Wettstein.
Eine Depression kann sich langsam einschleichen
Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Mensch in eine Depression gerät. Man spricht laut Longoni Wettstein von einer reaktiven Depression, wenn sie von einem massiven Ereignis wie beispielsweise dem Verlust eines Angehörigen oder der Arbeitstelle ausgelöst wird. Die Krankheit könne sich aber auch langsam einschleichen. In der heutigen Zeit, mit der momentanen Wirtschaftslage und mitten in der Globalisierung, übe die Arbeitswelt einen enormen Druck auf die Menschen aus. Viele Leute würden unter Stress leiden, welcher sich mit der Zeit langsam aber sicher in eine Depression steigern kann, so Longori Wettstein. Falls jemand realisiert, dass er auf eine Depression zugeht, sollte er sich lieber zu früh als zu spät mit seinem Hausarzt in Verbindung setzten, denn dieser ist grundsätzlich die richtige Ansprechperson um sich Hilfe zu holen.



























