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Fronleichnam-Feier

Mit einer farbenprächtigen Prozession ist am Donnerstag im Innerrhoder Hauptort Appenzell Fronleichnam gefeiert worden.

In Appenzell Innerrhoden wird Fronleichnam «Herrgottstaag» genannt. In den frühen Morgenstunden des zweiten Donnerstags nach Pfingsten donnern aus Kanonen abgefeuerte Böllerschüsse über Appenzell. Üblicherweise findet die Eucharistiefeier im Hof des Gymasiums statt; diesmal wegen des feuchten Wetters in der Kirche.

Diesmal in der Kirche
Die Pfarrkirche St. Mauritius war bis auf den letzen Platz gefüllt. Danach zog die Prozession durch die von Zuschauerinnen und Zuschauern gesäumten Dorfstrassen zu den Segensstationen.

Das Zentrum des Zugs bildete ein weisser Baldachin, unter dem ein Geistlicher mit dem Allerheiligsten, der Hostie in der Monstranz, schritt. Darauf folgten die Standeskommission (Regierung), die Kantonsrichter und die Mitglieder des Bezirksrats.

Ein alter Brauch
Neben Fahnen, Musikkorps, Schulkindern, Vereinen und religiösen Gemeinschaften fallen in der Prozession jeweils die weiblichen Mitglieder des St. Johannsvereins auf, die 15 Geheimnisträgerinnen oder «Täfelimeedle» (Tafelmädchen), wie sie genannt werden.

Seit über 300 Jahren tragen 15 Mädchen in schmucker Jungferntracht bemalte Holztäfelchen mit den «Geheimnissen des freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Rosenkranzes».

Zum farbenprächtigen Prozessionsbild gehören die Mitglieder und Bannerträger kirchlicher und weltlicher Vereine: Fähnriche, alte Gardisten, Angehörige von Musikgesellschaften oder militärische Einheiten. Ihnen folgen Ministranten in blauen Röcken und weissen Hemden, Kirchenräte mit Mantel und Kerzen und Geistliche in Ornat.

Mit der Fronleichnamsprozession wird der Segen Gottes für die Menschen und die heranreifenden Früchte des beginnenden Sommers erfleht. Seit Jahren werden in Appenzell Bedenken laut, ob nicht die bei Touristen so beliebte Prachtentfaltung innerrhodischer Folklore den eigentlichen Sinn des «Hergottstaags» verdränge.

Wieder mehr Schützen
Ganz besonders eindrücklich ist jeweils der lange Zug von Frauen in Festtagstracht. Aus Angst, ihr kostbares Gewand könnte bei Regen Schaden nehmen, nahmen dieses Jahr weniger Trachtenfrauen als sonst teil. Auch die Zahl der Zuschauer war kleiner als in den Vorjahren.

Im Gegensatz dazu wurde die Prozession in diesem Jahr von 41 Fronleichnam-Schützen begleitet, die Ehrensalven abschossen. Letztes Jahr waren es gerade noch zwölf gewesen. Der Brauch drohte auszusterben. Festtagsoffizier Michael Koller suchte darauf per Inserat neue Fronleichnam-Schützen – und das mit grossem Erfolg.

Koller will für die Fronleichnam-Schützen einen Verein gründen, damit auch in Zukunft Ehrensalven am «Herrgottstaag» in Appenzell zu hören sein werden, wie er gegenüber der SDA erklärte. Die Fronleichnam-Schützen begleiten die Prozession im Kampfanzug und verschiessen auf Kommando Markiermunition mit dem Sturmgewehr.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 22.05.2008 - 15:00:00