«freelance»: Ausserrhoden mischt kräftig mit
AR. Der Kanton ist stark bei der Ausarbeitung des Programms «freelance» beteiligt - und schon 44 Schulklassen haben sich für das neue Suchtspräventionsprogramm angemeldet.
Mit «freelance» ist der Vereinigung der kantonalen Beauftragten für Gesundheitsförderung in der Ostschweiz (VBGF-Ost) ein Novum gelungen: Erstmals wird ein Präventionsprojekt gemeinsam entwickelt und in den nächsten Jahren umgesetzt. Mit dabei sind die Kantone Appenzell-Ausserrhoden, St. Gallen, Graubünden, Schaffhausen und Thurgau sowie das Fürstentum Liechtenstein. Damian Caluori von der Beratungsstelle für Suchtfragen Appenzell Ausserrhoden und Fausto Tisato, selbständiger Kommunikationsfachmann aus Heiden haben das neue Programm stark mitgeprägt. Seit zwei Wochen können sich Lehrpersonen und Schulklassen anmelden und schon 44 Ausserrhoder Klassen haben dies bis heute getan.
Für den Kanton Appenzell Ausserrhoden sind die Bereiche Prävention und Gesundheitsförderung wichtige Themen. Von der Beratungsstelle für Suchtfragen bekommen Schulen, Gemeinden, Vereine sowie private Organisationen und Firmen schon seit Jahren fachliche Unterstützung. Die Ausserrhoder Bevölkerung hat mit der Annahme des neuen Gesundheitsgesetzes im November 2007 die Bereiche Gesundheitsförderung und Prävention (insbesondere auch Tabakprävention) gestärkt. Das Gesundheitsgesetz ist seit 1. Januar 2008 in Kraft. Damit ist auch auf politischer und gesetzlicher Ebene ein wichtiges Zeichen gesetzt worden. Damian Caluori, Leiter der Beratungsstelle für Suchtfragen ist stolz, dass in Ausserrhoden nicht nur von Prävention gesprochen, sondern auch auf breiter Ebene dafür gesorgt wird, dass diese aktiv und attraktiv umgesetzt wird.
Minimaler Aufwand – bestmöglicher Effekt
Das neue Suchtpräventionsprogramm «freelance» für die Oberstufen mit den Schwerpunktthemen Tabak, Alkohol und Cannabis wird auf das Schuljahr 2008/2009 lanciert. Die Umsetzung in Appenzell Ausserrhoden erfolgt in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Suchtfragen in den Oberstufenschulen. Die Lehrpersonen und ihre Schulklassen wurden in den letzten Tagen eingeladen, sich auf www.be-freelance.net anzumelden.
Fausto Tisato, selbständiger Kommunikationsfachmann aus Heiden, prägt die Umsetzung von «freelance» als Ideenlieferant und Graphiker stark mit. Auch die Grundidee von «freelance» stammt von Fausto Tisato. Er hat in den ersten Sitzungen angeregt, dass Jugendliche selber mitbestimmen sollen, wie die Prävention in den Schulalltag eingegliedert werden soll. «Auch beim «freelance»-Plakatwettbewerb sollen die Schülerinnen und Schüler Botschaften umsetzen können, welche sich an ihre Altersgenossinnen und -genossen richten», erklärt Fausto Tisato.
Damian Caluori ergänzt: «Bei der Ausarbeitung des Programms wurde darauf geachtet, dass die Lehrpersonen, welche mit «freelance» arbeiten, mit minimalem Aufwand einen bestmöglichen Präventionseffekt erzielen können. Sie erhalten flexibel einsetzbare Unterrichtseinheiten zu den Themen Gesundheitsförderung und Prävention. Insbesondere auf die Themen Tabak, Alkohol und Cannabis wird eingegangen.» Das Unterrichtsmaterial basiere auf den neuesten Erkenntnissen, Zahlen und Fakten zu Risiko- und Konsumverhalten von Jugendlichen. Mit der «freelance-Präventionsbox» und der «freelance»-Website werden Instrumente bereitgestellt, mit welchen die Lehrpersonen das Präventionsprogramm auf die Zeit- und Themenbedürfnisse abstimmen können.
«freelance» besteht aus drei Teilen
«In der «freelance-Präventionsbox» stellen wir den Lehrpersonen ‹Präventionshäppchen› beziehungsweise kurze Übungseinheiten von 10 bis 15 Minuten zur Verfügung», erklärt Damian Caluori. Die Themen Tabak, Alkohol und Cannabis könnten so auf attraktive Art und Weise in den Unterricht integriert werden. Mit Bewerbungselementen, Quiz- und Dialogformen könne die «freelance-Präventionsbox» ohne Vorbereitungsaufwand im Unterricht eingesetzt werden. Es werden aber auch Lektionen zur Verfügung gestellt, welche die Lehrpersonen mit minimalem Aufwand auf ihre Bedürfnisse adaptieren können. «Auf der ‹freelance›-Website werden gut dokumentierte und aufbereitete Unterrichtsmaterialien für fachbezogenen und fächerübergreifenden Unterricht angeboten. Diese Einheiten können auch gut Anwendung in Projekttagen oder Projektwochen finden», beschreibt Fausto Tisato einen der Zusatznutzen dieses Elements.
Wettbewerb
Zum Dritten und einer der inhaltlichen Höhepunkte des Projekts, wird «freelance» von einem Ideenwettbewerb begleitet, bei dem Schülerinnen und Schüler Ideen entwickeln und zu einem Plakatentwurf umsetzen können. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Fausto Tisato: «Erfahrungsgemäss werden die Schüler mit grosser Begeisterung an ihren Plakaten arbeiten. Die bestplatzierten Teams werden ihre Idee mit Lernenden der Schule für Gestaltung in St. Gallen gestalterisch und technisch professionalisieren. Die Siegerplakate werden ab 2009 in einer ostschweizerischen Plakatkampagne der Öffentlichkeit vorgestellt.»
Nachhaltige Wirkung
Die beiden Ausserrhoder Verantwortlichen für «freelance» Damian Caluori und Fausto Tisato sind von der nachhaltigen Wirkung des neuen Programms überzeugt: «Mit ‹freelance› werden die Zusammenhänge zwischen Sucht und Werbung im Schulunterricht thematisiert und mit der Teilnahme am Plakatwettbewerb aktiv bearbeitet. Es ist vorgesehen, ‹freelance› in einem Zweijahresrhythmus mit zusätzlichen Themenpaketen zu ergänzen.»
Finanzen
«freelance» kostet in der Planung um Umsetzung mehr als 250 000 Franken, wobei der Aufwand der Fachstellen nicht eingerechnet ist. Das Programm konnte dank der freundlichen Unterstützung von verschiedener Seite realisiert werden. Die Ausserrhoder Beteiligung ist auch in finanzieller Hinsicht bemerkenswert. Der Kanton, die Lungenliga Appenzell Ausserrhoden und die Huber+Suhner-Stiftung Herisau haben Beiträge gesprochen. Der Hauptteil der Kosten wird durch den Nationalen Tabakpräventionsfond getragen. Weitere Informationen finden Sie unter www.be-freelance.net .
Ältere Artikel zu diesem Thema:
– «Ohne «Rauch und Rausch cool» sein» vom 15. Februar 2008
– ««freelance» – Ein Novum» vom 18. Februar 2008



























