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Frédéric Jenniges bei André Rieu

Walzenhausen. Derzeit führt Elvira Marmet das zehnte Konzertzitherseminar im Sonneblick durch.

Im Sonneblick verfeinern im Moment sechzehn geübte Konzertzitherspielerinnen und –spieler aus der ganzen Schweiz während einer Woche ihre Kenntnisse in Technik und Musikalität. Die musikalische Leitung obliegt Frédéric Jenniges aus Eupen, Belgien, seines Zeichens Konzertzitherspieler im Orchester von André Rieu. Wie kommt der bekannte Belgier nach Walzenhausen?

«Ich kenne den Initianten und Bruder der Organisatorin Elvira Marmet, Zitherlehrer Konrad Stocker aus Davos, der zuvor auch bei diesen Seminaren teilnahm. Zitherlehrerin Helga Heinkel fragte mich an, ob ich nicht nach Walzenhausen käme, sie benötigten einen zweiten Lehrer.» Gesagt, getan. Frédéric Jenniges begeistert die Gruppe im Sonneblick mit seinem Wissen nun schon seit drei Jahren.

Vorurteile abbauen
Frédéric Jenniges bringt selbstbearbeitete Stücke mit. Dabei handelt es sich um verschiedene Stilrichtungen. Ob Romantik, Klassik oder Zeitgenössisches, der studierte Profimusiker legt Wert auf die Öffnung des Horizontes. «Wir leben jetzt, im 21. Jahrhundert», unterstreicht er. «Deshalb ist es wichtig, das Klischee der Zither als nur Volksmusikinstrument zu öffnen. Ich lehre auch Zeitgenössisches ohne aber die Vergangenheit zu vergessen. Symbolisch ausgedrückt, reisen wir ja auch nicht mehr mit dem Pferdewagen, sondern mit moderneren Verkehrsmitteln.»

Während am Morgen und Nachmittag im Sonneblick nach den Vorgaben der beiden Lehrer geübt wird, beginnt am Abend der ganze Sonneblick zu tönen, denn überall formieren sich Gruppen, die Stücke weiter vertiefen, denn am Freitag findet in der evangelische Kirche von Walzenhausen das öffentliche Schlusskonzert statt. Frédéric Jenniges unterstreicht, dass er dort nicht spielen wird, sondern dass seine Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmer dann zeigen würden, was sie gelernt hätten.

Seit dreissig Jahren Zitherdoktor
Bereits zum neunten Mal ist Zitherbaumeister Kurt Hartwig aus München mit dabei. Er repariert die Konzertzithern der Spielerinnen und Spieler, aber auch diejenige von Auswärtigen, die extra nach Walzenhausen reisen, um ihr Instrument von einem versierten Fachmann herrichten zu lassen. Kurt Hartwig erlernte den Beruf eines Zupfinstrumentenbauers und übernahm dann das Geschäft, dass er jetzt seit dreissig Jahren in dritter Generation führt. Zum einen baut er mit zwei Mitarbeitern jährlich 25 Konzertzithern, zum anderen repariert er Instrumente. Zudem ist gehört neben der Werkstatt auch ein Ladengeschäft dazu, indem Saiteninstrument und Flöten verkauft werden.

New York – Tokio – Sonneblick
Während Frédéric Jenniges in der ganzen Welt herumreist, bei Rieu spielt oder Unterricht erteilt, verbringt Kurt Hartwig jährlich drei Wochen in Tokio, wohin er seine Instrumente neben Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft. Nun befinden sich diese aussergewöhnlichen Fachleute im Sonneblick. Was ist der Unterschied zwischen Seminaren in Weltstädten und in Walzenhausen? «Es besteht keiner», unterstreicht Jenniges, denn ob ich in New York auftrete oder in Walzenhausen unterrichte, ich bin mit Menschen zusammen, die gut spielen wollen.

In den vergangenen drei Jahren, in denen ich hierher komme, ist das Niveau der Spielerinnen und Spieler stark gestiegen.» Teilnehmer Peter Stefan aus Losdorf bei Solothurn doppelt nach: «Es ist meine schönste Woche im Jahr, für die ich extra Ferien nehme. Wir haben ein sehr gutes Klima und keine Querschläger in der Gruppe. Einziger Wermuthstropfen ist, dass wir beinahe keinen Nachwuchs haben. Vielleicht ein Grund dafür ist der Schwierigkeitsgrad, Konzertzither zu spielen. Ein Lehrer verglich es einmal als Spiel mit Harfe und Gitarre.»


Zitherkonzert in Walzenhausen
Am kommenden Freitag, 4. April, findet das Konzert um 15 Uhr in der evangelischen Kirche in Walzenhausen statt.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 03.04.2008 - 07:53:00