Frauenfrühstück «Im Garten der Seele»
Walzenhausen/AR. Ein überkonfessionelles Organisationsteam lud am Samstag zum Frauenfrühstück in die MZA in Walzenhausen ein.
Rahel Guldener sprach zum Thema «Im Garten der Seele». Rahel Guldener und ihr Mann führen zusammen ein Heim für psychisch kranke Menschen. Gleichzeitig ist die Hallauerin, Mutter dreier erwachsener Kinder und Grossmutter, in der Lebensberatung tätig. Am siebten Frauenfrühstück in Walzenhausen sprach sie vor rund 130 Frauen zum Thema «Im Garten der Seele» und nahm Bezug auf die Ausrichtung des Lebens. Sie empfahl ein überlegtes Säen, damit die Ernte entsprechend den Wünschen ausfallen könne und verglich das Innenleben mit einem Baum. Die Wurzeln bestimmten dabei, wie der Baum aussehe. Wenn der Wurzelstock nur aus dem Ego bestehe, würden seelische Verletzungen zu Verdrängung, Ablehnung zu Anerkennungssucht wie dem Helfersyndrom und Lebenslügen zu zerstörerischen Kräften in sich selbst führen. Früchte aus diesem egoistischen Verhalten seien unter anderem Minderwert, das Streben nach Vergänglichem und Ängste. Beziehungen würden als Konkurrenz empfunden und es falle diesen Menschen ausserordentlich schwer, Mitmenschen zu vertrauen.
Mit Gott Halt und Stärke erleben
Anders ein Baum, der Jesus Christus ins Zentrum setze. Ihm könne der ganze Lebensabfall wie Neid, Ängste, Sorgen, Zorn übergeben werden. Wer Müll ans Kreuz bringe, dem werde vergeben werden. Es gelte Vers 9 aus dem 1. Johannes ernst zu nehmen. Die Wurzel von Gott genährt, gedeihe und trage Früchte. Hilfe für das Leben mit Jesus sei das Losungsbuch, welches aufbauende, ermutigende Nahrung beinhalte. Früchte seien eine wachsende Selbstannahme. Es gelte in Gedanken zu üben, ja zu sich zu sagen. Der Selbstwert sei tief geprägt von bedingungsloser Liebe, das Lebensgefühl von Geborgenheit und Freude. In Beziehungen obsiege die Versöhnung. Rahel Guldener berichtete immer wieder von eigenem Erlebtem, etwa der Magersucht ihrer Tochter oder den Terminschwierigkeiten ihres Sohnes. Nur dank der guten Verwurzelung in Jesus Christus war es ihr gelungen, trotz Sorgen Vertrauen in den Lebensweg zu haben.
Es darf sein …
Zum Schluss gab sie praktische Tipps, wie die Aussage: «Es darf sein …». Gemeint sei das Zulassen und anschiessende Entspannen können. Auch ein Satz ihrer Grossmutter «Hilf, Helfer, hilf!» erleichtere mache Situation. Vor allem für Frauen heisse es: «Ich löse meine Probleme dann, wenn ich sie habe.» Dazu gelte es das «Sörgele» zu stoppen und gerade aus zu denken. Ein gutes Rezept sei vielfach «Gesund auf Ungesundes zu reagieren», das heisse ehrlich und echt zu bleiben. Ihre Lieblingsdisziplin sei das «Sorgen werfen». Hier sei das totale Loslassen entscheidend und das Wegwerfen. Sie bat alle Frauen, ihre grösste Sorge in die Serviette zu verpacken und schwungvoll wegzuwerfen. Gesagt, getan. Sofort entstand im Saal eine lockere, freudige Atmosphäre. Sie bezeichnete dieses Sorgen werfen als eine der Übungen im Vitaparcours des Seelengartens. Es gelte im Leben zu geniessen, was es zu geniessen gebe und den Rest mit Humor zu ertragen. Dann forderte sie die Frauen auf, herauszufinden, was im persönlichen Lebensgarten stattfinde und das genaue Hinschauen auszuhalten. Wer mit Gott lebe, spüre festen Boden unter den Füssen. Der Preis, den es zu zahlen gebe, sei der Verlust des Egos. Dafür entstünde ein Ort der Ruhe und der tiefen Geborgenheit.



























