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Frau im Hotelzimmer erdrosselt

ZH. Ein 44 Jahre alter Mann steht im Verdacht seine Ehefrau erdrosselt zu haben. Der Mann ist grundsätzlich geständig, Tathergang und Motiv sind Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Am späten Nachmittag des 1. Oktober fanden Angestellte eines Hotels in der Zürcher Innenstadt einen zunächst nicht ansprechbaren verletzten Mann im Bett seines Hotelzimmers liegend vor. Der 44 Jahre alte Mann hatte mehrmals seinen Aufenthalt im Hotelzimmer telefonisch verlängert, dann aber trotz mehrfacher Zusicherung nicht rechtzeitig ausgecheckt.

Leiche im Hotelzimmer
Neben dem Verletzten lag die Leiche seiner 27 Jahre alten Ehefrau, welche keinerlei Verletzungen aufwies. Die Sanität brachte den Verletzten unverzüglich ins Universitätsspital Zürich, wo er notoperiert wurde. Für die vom Hotel benachrichtigten Behörden stand aufgrund des im Hotelzimmer gefundenen Abschiedsbriefes, aber auch aufgrund der konkreten Fundsituation ein gemeinsamer Suizid(versuch) im Vordergrund.

Die weiteren Ermittlungen ergaben indessen den dringenden Verdacht auf ein Tötungsdelikt, weshalb eine entsprechende Strafuntersuchung eingeleitet und der Mann in Untersuchungshaft genommen wurde.

Anlagebetrug – Deliktsbetrag von über 20 Millionen Franken
In seinem Abschiedsbrief machte der verletzte Mann Hinweise auf einen Anlagebetrug zum Nachteil von rund 1’600 Kunden einer Vermögensverwaltungsgesellschaft im Deliktsbetrag von über 20 Millionen Franken. Diese Angaben waren Anlass für umfangreiche und vor allem aufwändige Ermittlungen, für deren Sicherung einstweilen eine absolute Informationssperre verhängt werden musste.

In der Folge wurden zwei mutmassliche Mittäter des verletzten Mannes in Untersuchungshaft und umfangreiche Hausdurchsuchungen in den Kantonen Zürich, Zug und Schwyz vorgenommen.

Motiv und Tathergang noch unklar
Der verletzte Mann ist grundsätzlich geständig, seine Ehefrau erdrosselt zu haben. Der genaue Tathergang, die Tathintergründe, namentlich das von ihm geltend gemachte Motiv sind derzeit Gegenstand eingehender Ermittlungen.

Rund 1500 Kunden betroffen
Bezüglich Anlagebetrug wird den drei Verhafteten vorgeworfen, während längerer Zeit ihren zumeist im Ausland wohnhaften Kunden die massiven Verluste aus den vertraglich vereinbarten Anlagen arglistig verschwiegen zu haben, indem sie den Kunden eine falsche, tatsächlich nicht erzielte Performance vortäuschten, um sie daran zu hindern, ihre Anlagen zurückzuziehen, und sie dazu zu bringen, weitere Anlagegelder einzuzahlen. Mit der Zeit wuchsen die Verluste auf rund 14 Millionen Euro an, welche durch das Eigenkapital der Vermögensverwaltungsgesellschaft bei weitem nicht mehr gedeckt waren.

Es bestehen auch Hinweise dafür, dass einer der Angeschuldigten Anlagegelder in grösserem Umfange zweckentfremdete. Betroffen sind rund 1’500 Kunden.

Die Strafuntersuchung zum Tötungsdelikt wird von der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich – Gewaltdelikte geführt. Die Untersuchung des mutmasslichen Anlagebetruges hat mittlerweile die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich – Wirtschaftsdelikte übernommen.

ZürichZürich / 16.11.2007 - 10:25:00