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Flut von leeren Wahlzetteln?

Appenzell. Die Wiederwahl des Innerrhoder Nationalrats Arthur Loepfe ist ungefährdet. Es könnten aber viele leere Wahlzettel eingeworfen werden.

An vielen Stammtischen in Appenzell Innerrhoden ist es zu vernehmen: Eine reine Bestätigungswahl mit einem Kandidaten für einen Sitz ist denkbar unattraktiv. Wer sich eine Auswahl wünschte, hoffte auf die Innerrhoder SVP, die einst angekündigt hatte, genau solche Bestätigungswahlen künftig immer zu verhindern. Oder auf die GfI, die für eine klar andere politische Richtung steht. Doch offenbar fand sich auch bei SVP und GfI niemand, der einen – relativ aussichtslosen – Wahlkampf auf sich nehmen wollte. Das Ergebnis: Der amtierende Nationalrat Arthur Loepfe ist einziger Kandidat und wird heute gewählt.

Einziger Makel in seiner heutigen Wahlbilanz könnte werden, dass relativ viele leere Stimmzettel eingeworfen werden. Wer mit Loepfes Kurs rechts der Mitte nicht einverstanden ist, aber dennoch wählen gehen möchte, wird wohl zu diesem Mittel greifen – auch wenn dieses nicht mehr ist als ein Symbol.


Kommentar
Reine Bestätigungswahlen sind tatsächlich eher unschön. Sie animieren nicht zum Urnengang, sie lösen keine Debatten aus – weder über Personen noch über Sachfragen. Denn Sachthemen sind immer auch an die Personen geknüpft, die sie vertreten. Weshalb hätte man in Innerrhoden in den letzten Wochen über Steuern und AHV, Kinderkrippen und Sozialmissbrauch diskutieren sollen, wenn sich an der Wahl selbst keine zwei Lager gegenüber stehen, die hier verschiedene Akzente setzen?

Die kleine Protestaktion, einen leeren Stimmzettel einzulegen, ist dennoch das falsche Mittel. Damit wird zwar gesagt: Wir wollen den bewussten Kandidaten nicht. Aber wäre die Energie nicht sinnvoller eingesetzt, wenn diese kritischen Wähler frühzeitig an einer – beispielsweise unabhängigen – Kandidatur arbeiten würden? Arthur Loepfe macht für sein politisches Lager in Bern sehr gute Arbeit. Es ist für Andersdenkende sicher legitim, sich bei der Wahl eine Alternative zu wünschen. Für diese echte Auswahl muss aber weder Loepfe noch die CVP sorgen – da sind die anderen Parteien und Gruppierungen gefragt. Wenn diese das nicht schaffen, sind spätere Klagen über eine mangelnde Auswahl verfehlt. Stefan Millius

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 21.10.2007 - 10:04:00