Feuerbrand verunsichert Hobby-Gärtner
Herisau. Nicht nur die Landwirtschaft, auch Freizeit-Gärtner waren vom grassierenden Feuerbrand betroffen. Die Kosten liegen dort sogar höher.
Der dramatische Ausbruch des Feuerbrands im Frühsommer hat in Appenzell Ausserrhoden Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner stark verunsichert. Die Bekämpfung der Pflanzenkrankeit im Halbkanton in den Hausgärten war teurer als in der Landwirtschaft.
72’000 Franken kosteten die Kontrollen des Feuerbrands im vergangenen Sommer den Kanton in Privatgärten. 38’000 Franken waren es für die Landwirtschaft. Noch 2006 waren es 28’000 Franken für Hausgärten und rund 30’000 Franken für die Landwirtschaft, wie die Leiterin des Ausserrhoder Amts für Pflanzenschutz, Christine Kölla, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagt.
Streuobstwiesen erhalten
In Appenzell Ausserrhoden hat es wenig Erwerbsobstanbau. Kein Landwirt lebt vom Obstbau allein. Aber die Streuobstwiesen prägen das Landschaftsbild und sollen wo immer möglich erhalten bleiben.
Bisher betrachteten Laien den Feuerbrand vor allem als ein Problem der Obstbauern. Im Sommer 2007 waren aber auch unerwartet viele, sogar fast alle, Obstbäume in Privatgärten von der Bakterienkrankheit betroffen.
Im Herbst 2006 blieben sehr viele Infektionen unerkannt, da keine Symptome mehr auftraten. Im milden Winter zog sich das Bakterium ins Holz zurück und im heissen Frühling 2007 explodierte die Krankheit während der Blüte geradezu.
Viel Betreuung
Das waren sich Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner nicht gewohnt. «Sie brauchten sehr viel Betreuung», sagt Christine Kölla. Kontrollen und Fragen beantworten kostete viele Experten-Stunden. Drei Kontrolldurchgänge waren nötig.
Aber die Hobby-Gärtner waren nicht etwa renitent. Im Gegenteil, sagt Kölla: Sie meldeten Feuerbrand-Befall an ihren Hausbäumen der Stelle für Pflanzenschutz korrekt. Im Gegensatz zu andern Kantonen, gab es in Ausserrhoden mit privaten Betroffenen keine Probleme. Die kranken Bäume wurden saniert. Es gab keinen einzigen Rekurs.
Das sei beachtlich, wenn man bedenke, dass oft nur ein einziger Obstbaum in den privaten Gärten stehe, sagt Kölla.
Rigorose Kontrolle
Die Erhaltung der Streuobstwiese rechtfertige eine rigorose Feuerbrandkontrolle, sagt die Leiterin der Pflanzenschutzstelle. Oft waren junge Bäume betroffen. Sie sind anfälliger als ältere. Kölla rät, bei Neupflanzungen wenig anfällige Sorten anzubauen.
Bei der Rodung ging man so behutsam vor, wie es die gefährliche Pflanzenkrankheit erlaubt. Zahlreiche Hochstammbäume mit Blüten- Infektionen wurden nicht gefällt. Allerdings mussten Birnbäume, wegen der vielen bereits befallenen Triebe gerodet werden.
Noch keine Zahlen im Kanton St. Gallen
Im Kanton St. Gallen sind noch keine Zahlen zur Feuerbrandbekämpfung vorhanden, wie Nina Thomas von der Fachstelle für Pflanzenschutz im Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen, Rheinhof, Salez, sagt.
In den Kantonen Thurgau und St. Gallen spielt der Erwerbsobstbau eine sehr grosse Rolle. Das Feuerbrand-Problem stellt sich dort anders als in Appenzell Ausserrhoden.



























